Die Kanonenkugel in der Ostapsis des Braunschweiger Doms erinnert an die Belagerung Braunschweigs im Jahr 1615.
Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel ließ die Stadt belagern und beschießen, nachdem es zu langjährigen politischen und rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Herzog und der selbstbewussten Stadt gekommen war. Braunschweig verteidigte dabei seine über Jahrhunderte gewachsene städtische Selbstständigkeit.
Das die Kanonenkugel tatsächlich, wie unterhalb der Kugel eingemeißelt ist, am 20. August 1615 in das Mauerwerk eingeschlagen ist, ist eher unwahrscheinlich, da die Geschütze der damaligen Zeit nicht solch eine Reichweite hatten. Sicher ist jedoch ihre Bedeutung als Erinnerungszeichen an die Belagerung und an eine prägende Phase der Braunschweiger Stadtgeschichte und daran, dass der Braunschweiger Dom über Jahrhunderte nicht nur ein geistliches Zentrum war, sondern auch ein Ort, an dem sich die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Stadt unmittelbar widerspiegelten.