Domkirche
Der Braunschweiger Dom ist von Heinrich dem Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern (gest. 1195) als Grablege gestiftet worden. Mit seinen romanischen Kunstwerken zählt die Basilika zu den herausragenden Kirchengebäuden Deutschlands. Mit der Einführung der Reformation war der Dom Herzogliche Hof- und Domkirche. Nach den Wirren der Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kirche in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist seit dem "Domvergleich von 1954" zwischen dem Land Niedersachsen und der Braunschweigischen Landeskirche die Domstiftung Eigentümerin und Trägerin der kirchlichen und kulturellen Arbeit. Seit 1923 ist der Dom Bischofskirche der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig und hat einen erfolgreichen Wandel von der Herzoglichen Hofkirche zur Alltagskirche mitten im Zentrum der Stadt vollzogen.
Der romanische Kirchenbau bestimmt in seiner strengen und nüchternen Form den großartigen Gesamteindruck. Der Bau ist als kreuzförmige, dreischiffige Pfeiler-Basilika angelegt (Beginn der Bauarbeiten: 1173, Schlussweihe: 1226). Die Grablege Heinrichs des Löwen und seiner Frau Mathilde von England bildet den Mittelpunkt der Memoria in der Stiftskirche St. Blasii. Bauwerk und Kunstschätze sind Ausdruck des machtbewussten Selbstverständnisses sowie der Frömmigkeit des welfischen Herzogs Heinrich des Löwen (1129-1195). Kunstwerke des 12. Jahrhunderts sind der Marienaltar, das Evangeliar (Replik), der Siebenarmige Leuchter, sowie das Imervard-Kreuz. Der Braunschweiger Dom besteht in seiner Unversehrtheit in den Grundzügen noch aus der Zeit Heinrichs des Löwen. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde der ursprüngliche Bau der Romanik um drei gotische Seitenschiffe erweitert.
Kleiner Wegweiser durch den Braunschweiger Dom
- Grabmal von Heinrich dem Löwen (gest. 1195) und Mathilde von England (gest. 1189), um 1235/40
- Marienaltar, Weihe 1188
- Siebenarmiger Leuchter, um 1190
- Secco-Malerei, Anfang 13. Jahrhundert
- Bischofsfigur, um 1370
- Fürstenfigur, um 1270/80
- Kirchenpatron Johannes der Täufer, um 1500
- Kirchenpatron Bischof Blasius, um 1500
- Kalkstein-Taufe, 11. Jahrhundert
- Imervard-Kreuz, um 1150
- Renaissancegitter, um 1570 - Zugang Krypta und Stiftergruft
- Stirnplatte des Übersarges für Herzog Ferdinand Albrecht II. (gest. 1735)
- Epitaph Wilhelm von der Ow (gest. 1615)
- Welfentumba, 1707
- Messingtafel vom Grabmonument Herzog Rudolf Augusts (gest. 1704)
- Christus im Elend, um 1460
- Passionssäule, um 1460
- Renaissancegitter, um 1570 - Zugang Chorsaal
- Epitaph Philipp Ludwig, Propst von Wendhausen (gest. 1718)
- Grabstein Lautensack (gest. 1687/1691)
- Epitaph Tobias Schmiedeberg (gest. 1690)
- Grabstein Elisabeth D. von Hantelmann (gest. 1763)
- Epitaph Catherina Elisabeth von Damm (gest. 1695)
- Stifterfiguren Otto der Milde (gest. 1344) und Agnes von Brandenburg (gest. 1334)
- Tumba Herzog Ludwig Rudolf (gest. 1735)
- Grabstein Ludolf von Holling (gest. 1349)
- Epitaph Johann Georg von Stauff (gest. 1673)
- Epitaph Julius Basilius von Pape (gest. 1727)
- Epitaph Casper von Voelcker (gest. 1730)
- Epitaph Elisabeth von der Schulenburg (gest. 1604)
- Schuke/Späth-Orgel, 1962, 4370 Pfeifen
- Radfenster „Jüngste Gericht“, 1982
- Epitaph Dekan Valerius Möller (gest. 1634)
- Hauptportal, Stifter Domherr Quirre, 1469
- Löwenportal, mit Kratzspuren, Ende 12. Jhr.
- Kanonenkugel, 20.August 1615
- Bath-Abbey-Portal, darüber Sonnenuhr, 1518
- Tafelsonnenuhr, 1716