Fensterrosette

Mit der Neugestaltung der Fensterrosette im Westwerk oberhalb der Orgel (welche im 2. Weltkrieg zerstört und nur mit einer Einfachverglasung nach dem Krieg versehen wurde) wurde im September 1981 der Glasmaler Heinz Hindorf aus Michelstadt im Odenwald beauftragt und am Reformationstag, dem 31. Oktober 1982, wurde die „Westrose“ bereits eingeweiht.

Nach mehreren Entwürfen kam dem Künstler für die thematische Ausgestaltung eine alte ikonografische Raumordnung in den Sinn, nach welcher die Westseite mittelalterlicher Kirchen häufig der Darstellung des „Jüngsten Gerichtes“ eingeräumt wurde. Der Entwurf mit einer Darstellung des „Jüngsten Gerichtes“ wurde dann auch umgesetzt. So erinnern nun die vier in Posaunen blasenden Engel denjenigen, der auf die Rosette schaut, an seine Endlichkeit: „Memento mori! – Denke daran, dass auch du sterben musst!“ Sie ermahnen das eigene Leben „sub specie aeternitatis – unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit“ zu sehen. Ferner sieht man den Erzengel und Bote Michael mit einer Waage in seiner rechten Hand, der auf den Richter hinweist: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf dass ein jeglicher empfange nach den er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sein gut oder böse!“ Diese Figur ist in helles Licht getaucht: Vor dem Richter gilt kein Versteckspiel mehr.

Drei Farben fallen in dieser Rosette besonders auf: blau, rot und weiß. Blau, als Treue Gottes, als geistliche Erkenntnis. Rot, die Farbe des Blutes, das Symbol der göttlichen und dann auch der erwiderten menschlichen Liebe. Weiß, die Farbe der Vollkommenheit, der Eindeutigkeit.

Die „Westrose“ besteht, wie auch Rosen anderer Braunschweiger Kirchen, aus eine 10 Sektoren bestehende Kreisform und erinnert so auch an den Jahresablauf.