Vom nördlichen Querhaus aus gelangt man seitlich in die romanische Unterkirche des Doms. Ursprünglich lag der Zugang zu Seiten des Kreuzaltars im Langschiff, wurde jedoch nach 1687 an die jetzige Stelle verlegt. Die Unterkirche ist der älteste Bauteil des Braunschweiger Doms. Sie erstreckt sich als dreischiffige Hallenkrypta unter der Vierung und dem Hohen Chor. Die Krypta ist für eine Unterkirche verhältnismäßig hell, da sie nicht wie für eine Krypta üblich unter dem Bodenniveau liegt und so von außen belichtet werden konnte. Ihr Raum besteht aus zwei Teilräumen und der abschließenden Apsis. Besondere Aufmerksamkeit verdienen in dem neunjochigen Raum die vier Säulen unter der Vierung, die die Stützfunktion übernehmen. Drei der Säulenschäfte aus Sandstein sollen aus dem Vorgängerbau des Doms, der Stiftskirche der Brunonen, übernommen worden sein.

Die Krypta beherbergt die Särge der Welfenfürsten bis zum 19. Jahrhundert. Besonders erwähnenswert sind die Särge Herzog Karls I. († 1780), der mit der neben ihm liegenden Philippine Charlotte, einer Schwester des Preußenkönigs Friedrichs des Großen, vermählt war. Herzog Karl I., ein Fürst der Aufklärungszeit, hatte mit dem 1745 gegründeten Collegium Carolinum die erste Technische Hochschule Europas ins Leben gerufen. Außerdem erwähnenswert, weil für die braunschweigische Geschichte wichtig und ein volkstümlicher Held, ist Herzog Friedrich Wilhelm (1771-1815), der „Schwarze Herzog“, dessen Sarg im Scheitel der Krypta steht. Er hatte ein Freikorps gegen Napoleon versammelt, das wegen seiner schwarzen Uniformen „Schwarze Schar“ genannt wurde und in der Entscheidungsschlacht bei Waterloo den Sieg über Napoleon mit herbeiführte.

  1. Ferdinand Albrecht I. (1636-1687), residierte von 1667-1687 in Bevern, verheiratet mit Christine
  2. Christine (1646-1702), Tochter des Landgrafen Friedrich von Hessen-Eschwege

  3. Ferdinand Christian (1682-1708), Propst von St. Blasii und St. Cyriaci

  4. Friedrich Georg (1723-1766), Domherr in Lübeck

  5. Heinrich Ferdinand (1684-1706), Oberleutnant

  6. August Ferdinand (1677-1704), Generalmajor

  7. Wilhelm (1806-1884), Sohn von Friedrich Wilhelm

  8. Karoline Amalie Elisabeth (1768-1821), Schwester des „Schwarzen Herzogs“,

    verheiratet mit König Georg IV. von England

  9. Albrecht (1725-1745), Preußischer Generalmajor

  10. Ferdinand (1721-1792), Preußischer Feldmarschall

  11. Friedrich Wilhelm (1771-1815), Herzog Öls, genannt „Schwarzer Herzog“,

    verheiratet mit Marie Prinzessin von Baden, Sohn von Karl Wilhelm Ferdinand, gefallen bei Quatrebras (Waterloo)

  12. Karl Wilhelm Ferdinand (1735-1806), verheiratet mit Prinzessin Auguste von England

  13. Elenore Charlotte (1686-1748), Tochter des Herzogs Friedrich Kasimir von Curland

  14. Ernst Ferdinand (1682-1746), Propst von St. Blasii und St. Cyriaci, verheiratet mit Elenore Charlotte

  15. Ludwig Ernst (1718-1788), Reichsgeneralfeldmarschall, General-Kapitän der Niederlande

  16. Friedrich Franz (1732-1758), Preußischer Generalmajor

    a) Friedrich Wilhelm (1731-1732)

  17. Leopold (1752-1785), Preußischer Generalmajor

  18. Philippine Charlotte (1716-1801), Schwester Friedrich des Großen

  19. Karl I. (1713-1780), regierte ab 1735, verheiratet mit Philippine Charlotte

  20. Ferdinand Albrecht II. (1680-1735), Kaiserlicher Generalfeldzeugmeister und Reichsfeldmarschall, verheiratet mit Antoinette-Amalie

  21. Antoinette-Amalie (1696-1762), Jüngste Tochter von Herzog Ludwig Rudolf

  22. Heinrich der Löwe (1129-1195), Herzog von Sachsen und Bayern, verheiratet mit Mathilde von England, Erbauer des Braunschweiger Doms

  23. Mathilde von England (1156-1189), Tochter des englischen Königs Heinrich II., verheiratet mit Heinrich dem Löwen

  24. Sarkophag der Brunonen

    - Markgräfin Gertrud (gestorben 1077), Gründerin der ersten Stiftskirche (1030)

    - Markgraf Ekkbert II. (gestorben 1090)

    - Gräfin Gertrud (gestorben 1117), Schwester Ekkberts II., Gründerin von St. Aegidien und Urgroßmutter Heinrichs des Löwen