P - Pua

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# Wort zum Alltag

P - Pua

P – Pua.
Nie gehört?
Ja, so ist es mit vielen Frauenfiguren der Bibel…
Sie wurde im „who is who der Bibel“ und Calvers großem Bibellexikon vergessen und übersehen – genauso wie Schifra. Zwei Hebammen. Ihre Geschichte gehört ins zweite Buch Mose. Dort wird von Israels Unterdrückung in Ägypten erzählt. Jakob war mit den Seinen dorthin geflohen - um Hunger und Not zu entkommen. Sie waren Einwanderer, Fremde, Arme, Abhängige - willkommen als Arbeitskräfte. Die Bibel erzählt, dass sie Familien gründeten und Kinder bekamen, mehr wurden - bis „das ganze Land voll von ihnen war“. Hätten sie dazugehören können? Vielleicht.
Ihre Existenz macht aber Angst, statt Fantasie und Tatkraft, Hass und Gewalt aus. 
Es ist ein aktuelles Problem einer unversöhnten Gesellschaft - und steht nicht nur für gescheiterte Integration, sondern auch für ungelöste soziale Konflikte, Missachtung von Menschenrechten und Menschenwürde. 
Der König prüft die Situation. Aber er tut es nicht genau. Ihn interessiert nicht, was warum geschieht. Es heißt: „Er wusste nichts von Josef und seinem Volk“. Und so weist er seine Leute an, die Anderen, die Fremden, die Unliebsamen niederzuhalten, sie auszuzehren durch schwere Arbeit. Und dann sind es nur ganz wenige Verse bis ein König seine Seele verliert, ein Machthaber das Undenkbare erst denkt und dann tut. Denn der König sagt zu den „hebräischen Hebammen, von denen eine Schifra und die andere Pua heißt“ - man kennt ihre Namen also durchaus!!! - „wenn ihr den hebräischen Frauen bei der Geburt helft, dann seht auf das Geschlecht und wenn es ein Sohn ist, dann tötet ihn; ist es aber eine Tochter, so lasst sie leben.“
Es sind zwei Frauen, die eine Berufung haben, dem Leben dienen wollen. 
Es sind zwei Frauen, wie jede und jeder von uns auch: an einen konkreten Ort gestellt.  
Sie könnten sich missbrauchen lassen.
Sie könnten einfach nur gehorchen und Verantwortung abschieben, Sie könnten vergessen, dass es auch auf sie ankommt.
Aber all das tun sie nicht. Denn: „Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben.“
Die Bibel erzählt keine Märchen und wir erleben allermeist auch keine. Darum werden die Hebammen zur Rechenschaft gezogen. Sie verteidigen sich klug: Die Mütter sind stark und brauchen keine Hilfe. Und Gott - so heißt es: „Tut ihnen Gutes.“
Und wir lernen ihre Namen: Pua und Schifra.


Dompredigerin Cornelia Götz

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