„Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“

„Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“

„Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“

# Wort zum Alltag

„Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“

Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Der aber hatte keine Zeit für den Jungen und auch keine Lust zum Spiel. Also überlegte er, womit er den Knaben beschäftigen könnte. Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde. Dieses Bild riss er aus und zerschnipselte es dann in viele kleine Teile. Das gab er dem Jungen und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Zeit beschäftigt sei. Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild. Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe. Das Kind sagte: „Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“
(Quelle unbekannt)

„Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“
Was für ein einfacher Satz. Und was für eine tiefe Wahrheit.
Der Vater in der Geschichte wollte seine Ruhe. Er hatte keine Zeit. Also gab er einem Sohn ein scheinbar unlösbares Problem: eine zerschnittene Welt. Eine komplizierte, detailreiche Erde – in viele kleine Teile zerlegt. Für den Vater war klar: Damit ist der Junge erst einmal beschäftigt. Doch nach wenigen Minuten steht das Kind wieder da. Die Welt ist zusammengesetzt. Wie hat er das geschafft? Nicht, indem er die Welt analysiert hat. Nicht, indem er jedes Land studiert hat. Nicht, indem er versucht hat, das große Ganze sofort zu ordnen. Er hat den Menschen zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.
Ist das nicht genau unser Problem heute? Wir reden ständig davon, dass die Welt aus den Fugen geraten ist. Kriege, Ungerechtigkeit, Spaltung, Egoismus. Wir diskutieren Systeme, Strukturen, Politik, Wirtschaft. Alles wichtig. Keine Frage. Aber vielleicht beginnen wir oft am falschen Ende. Wir wollen die Welt reparieren – ohne den Menschen zu reparieren. Wir zeigen mit dem Finger nach außen. Doch Veränderung beginnt nicht „da draußen“. Sie beginnt hier. In mir. Wenn mein Herz voller Neid ist, wird auch meine Welt neidisch. Wenn ich hart urteile, wird auch meine Welt hart. Wenn ich lieblos handle, wird auch meine Welt kälter. Aber wenn in mir Frieden wächst, wenn ich lerne zu vergeben, wenn ich Geduld übe, wenn ich Verantwortung übernehme – dann verändert sich etwas. Vielleicht nicht sofort global. Aber real. Spürbar. Greifbar.
Jesus hat es so gesagt: „Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge.“ Das ist kein moralischer Zeigefinger. Das ist ein Weg zur Freiheit. Denn wir haben Einfluss – mehr als wir denken. Auf unsere Haltung. Auf unsere Worte. Auf unsere Entscheidungen.
Der Junge in der Geschichte hat uns etwas voraus: Er hat verstanden, dass Ordnung im Inneren der Schlüssel ist. Vielleicht ist das die Einladung für diesen Abend: Nicht die ganze Welt tragen zu wollen. Sondern den eigenen Teil.
Wo bin ich selber nicht „in Ordnung“?
Wo brauche ich Vergebung?
Wo darf ich neu anfangen?
Gott beginnt seine Arbeit nicht bei Systemen. Er beginnt bei Herzen.
Und wenn der Mensch in Ordnung kommt – kommt auch seine Welt in Ordnung.


Helge Böttcher, Domkirchenvorstand

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