Thomas

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# Wort zum Alltag

Thomas

Zu Ostern gehören viele Geschichten und immer wieder kann man staunen, wie viele Facetten sie haben - weil das, was da passiert ist, so schwer in Worte zu fassen ist.
Eine ist die im Johannesevangelium von Thomas, der darum bittet, Jesu Wunden berühren zu dürfen - um sich physisch zu vergewissern, um ins Hautgedächtnis einzuschreiben, dass er dem lebendigen Jesus Christus wirklich begegnet ist. Ich wundere mich, dass in den Gemälden alter Meister wie Caravaggio, Thomas in Jesus Wunden regelrecht zu puhlen scheint, er seine Finger tief in die Wunden bohrt. Wollte der Maler damit sagen, dass der Auferstandene keinen Schmerz mehr fühlt, dass seine Wunden nicht wieder aufreißen, sich nicht entzünden können? Das mag ich mir eigentlich nicht vorstellen. Einen Jesus Christus, der nichts mehr spürt, dem nichts weh tut, den nichts anrührt. Oder sollte Thomas seines derben Misstrauens so offensichtlich und unsympathisch überführt werden, dass man alles sein will - nur kein Zweifler? Aber dann hätte Jesus ihm die Berührungsbitte verwehren können. Aber das tut er nicht. Im Gegenteil: Jesus reagiert wie einer, der versteht, dass Menschen auch über Berührung lernen, dass sie sich vergewissern müssen, dass eine wirklich, endlich oder immer noch da ist.
Ich hatte vor kurzem mein Enkelkind zum ersten Mal im Arm und das war ein so tiefer Moment des Zusammengehörigkeitsgefühls - obwohl eben erst kennengelernt, konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass es dieses kleine Mädchen in meinem Arm vor ganz kurzem noch in unserer Familie nicht gab. Wir spürten uns - es war ganz vertraut.
Und ebenso ist es doch, wenn man am Bett eines Sterbenden sitzt, eine Freundin in Not fest in den Arm nimmt - unsere Berührungen erzählen von unserer Fähigkeit, behutsam, zärtlich zu verstehen oder doch wenigstens zu teilen wofür wir keine Worte haben. Wie arm wäre unser Leben ohne solche Nähe. Sollte das dem Thomas nicht auch gegönnt sein? Die Geschichte im Johannesevanglium endet mit den Worten: „Selig, die nicht sehen und doch glauben.“ Und wir haben hören gelernt: Besser sind die dran, die glauben und vertrauen ohne Beweis - wie ein schaler Trost für die Nachgeborenen, denen ohnehin nichts anderes übrigbleibt. Aber vielleicht klingt mit diesen Worten auch ganz Anderes durch die Zeit? Selig, die spüren und fühlen - in ihren Herzen, mit ihren warmen lebendigen Händen, dass Ostern geworden ist und wir leben und lebendig sein dürfen, einander nah.


Dompredigerin Cornelia Götz

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