L - Lachen

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# Wort zum Alltag

L - Lachen

Bibelkunde: L – Lachen.
Das hebräische Wort (shq) ist eigentlich eher ein Laut – der vor allem anders klingt als Weinen oder Schluchzen: fröhlich eben, ausgelassen – aber zumindest vor meinem inneren Auge nicht lauthals, mit offenem Mund, sondern eher hinter der Hand.
Die schönste Lach-Geschichte in der Bibel ist eine, die man lieben kann. Sie erzählt von Sara, der schönen Frau Abrahams, dem Gott zwar Nachkommen wie Sterne am Himmel verheißen hatte – aber dessen Frau keine Kinder bekam, eine wirkliche Katastrophe! Denn nicht nur blieb ihr der offensichtliche Segen verwehrt – weil ihr Mann die Sklavin Hagar schwängerte, war sie mit der Bürde der Kinderlosigkeit auch entsetzlich. Es wurde nicht besser, nicht erträglicher als Hagars Sohn Ismael, der ersehnte Stammhalter geboren wurde – denn nun erlebte Sara auch noch an sich selbst die giftigen Früchte des Neides.
Keine Zeit für das Lachen. So wird Sara alt .Sehr alt. Mit der Zeit vertrocknet sie. Ein hartes Bild für eine alte Frau. Der Kummer der ersten Lebenshälfte wird eingekapselt, verborgen, beschwiegen. Es bleibt nur die Solidarität mit den denen, die ihr Schicksal, ihren Kummer und ihre Not teilen – auch über die Zeit. Dann aber kommt Besuch. Im ersten Buch Mose wird erzählt, dass drei Männer erscheinen, von denen einer – Gott? - ankündigt, dass Sara übers Jahr einen Sohn zur Welt bringen wird.Und da lacht Sara. Sie hat es im Zelt gehört. Und nun lacht sie. Heiter, übermütig und wie ein junges Mädchen. Sie lacht, weil sie sich das Liebespiel zwischen sich und ihrem vergreisten Lebensgefährten vorstellt. Sie lacht, weil Männer solchen Unsinn reden – sie blutet ja schon lange nicht mehr. Sie lacht, weil es nun auch alles egal ist. Sie lacht - nicht aus Bitterkeit oder Häme, nicht vor lauter Erleichterung. Es bricht einfach aus ihr heraus. Und da fragt der EINE: „Warum lacht Sara?“ Fühlt der sich ausgelacht? Was für eine herrliche heitere Szene wäre es geworden, wenn er und Abraham eingestimmt hätten!So aber scheint es, als müsste vor allem oben und unten wieder hergestellt werden, als müsste sich Sara für ihr Lachen schämen. „Ich hab ja gar nicht gelacht“,lügt sie. Doch, hat sie. Und es wird ein Lachen bleiben, denn der Sohn, den sie auf die Welt bringen wird, dem legt sie das Lachen in den Namen: Isaak. „Er lacht“ und sie meint ein Lachen der Freude: Gott lacht es. Isaak lacht es und alle mit ihnen.


Dompredigerin Cornelia Götz

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