Gottes Namen die Ehre geben

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# Wort zum Alltag

Gottes Namen die Ehre geben

„Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen.“ (Psalm 115, 1)

Es gibt Momente im Leben, da wünschen wir uns Anerkennung. Wir möchten gesehen werden für das, was wir leisten. Für unsere Mühe, unsere Arbeit, unseren Einsatz. Das ist menschlich. Wer sich anstrengt, möchte auch hören: „Gut gemacht.“ Doch der Psalmbeter lenkt unseren Blick in eine andere Richtung. Er sagt: „Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre.“
Das klingt zunächst ungewohnt. Denn unsere Welt dreht sich oft darum, sich selbst darzustellen. Menschen bauen ihre Identität auf Erfolg, Einfluss oder Aufmerksamkeit auf. Doch all das ist vergänglich. Der Psalm 115 erinnert uns daran: Das Zentrum unseres Lebens sind nicht wir selbst, sondern Gott.
Dabei geht es nicht darum, dass der Mensch wertlos wäre. Im Gegenteil: Gerade weil Gott uns liebt, dürfen wir frei werden von dem ständigen Drang, uns beweisen zu müssen. Wir müssen nicht dauernd um Ehre kämpfen. Wir dürfen unser Leben in Gottes Hände legen.
Der Psalmvers nennt zwei Gründe, warum Gott die Ehre gebührt: seine Gnade und seine Treue.
Gnade bedeutet: Gott handelt an uns nicht nach Leistung. Er liebt uns nicht, weil wir perfekt wären. Er bleibt uns zugewandt, obwohl wir Fehler machen. Das zeigt sich besonders in Jesus Christus. In ihm sehen wir Gottes Herz. Jesus hat nicht seine eigene Größe gesucht. Er hat Menschen gedient, Kranke geheilt, Schuld vergeben und schließlich sein Leben gegeben. Gerade darin wurde Gottes Herrlichkeit sichtbar.
Und Gottes Treue bedeutet: Er hält fest an seinen Zusagen. Menschen können enttäuschen. Gefühle können schwanken. Lebensumstände können sich ändern. Aber Gott bleibt derselbe. Er verlässt seine Kinder nicht. Vielleicht gehen wir gerade durch eine Zeit voller Fragen oder Unsicherheit. Vielleicht erleben wir Enttäuschung oder fühlen uns schwach. Dann dürfen wir hören: Gottes Treue trägt weiter, auch wenn unsere Kraft zu Ende geht.
Der heutige Vers aus dem 115. Psalm lädt uns deshalb zu einer Haltung der Demut ein. Demut heißt nicht, klein von sich zu denken. Demut heißt, groß von Gott zu denken. Es bedeutet anzuerkennen: Alles Gute, das wir haben, kommt letztlich von ihm. Unsere Begabungen, unsere Möglichkeiten, jeder neue Tag — alles ist Geschenk.
Und zugleich steckt in diesem Vers eine große Freiheit. Wenn Gottes Name geehrt werden soll, dann muss nicht ich im Mittelpunkt stehen. Dann darf ich loslassen. Ich darf Gutes tun, auch wenn es niemand sieht. Denn Gott sieht es.
Vielleicht kann dieser Vers heute zu einem einfachen Gebet werden: „Herr, nicht ich soll groß werden, sondern du. Zeige deine Gnade und Treue in meinem Leben.“
Dann verändert sich der Blick. Weg von der eigenen Selbstdarstellung — hin zu einem Vertrauen, das Ruhe schenkt. Denn wo Gott die Ehre bekommt, dort findet der Mensch seinen richtigen Platz. Und genau dort liegt echter Frieden.


Prädikant Marc Bühner

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