M -Marta

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# Wort zum Alltag

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Bibelkunde in der Passionszeit. Da wäre vielleicht Maria Magdalena dran – aber noch sind wir auf dem Weg hin nach Golgatha. Noch lehrt er und heilt, kehrt ein, wird befragt.
So ist es auch mit den beiden Schwestern Maria und Marta. Maria hat das „gute Teil erwählt“. Aber was ist mit Marta, der Frau, die unzufrieden mit ihrer Rolle scheint, die der Schwestern das Zuhören neidet, die zum Sinnbild der dienenden Hausfrau geworden ist?
Martin Luther schrieb: „Marta, dein Werk muss bestraft werden…“, denn er sah in ihrem Tun das, was der Reformator als „Werkgerechtigkeit“ bekämpfte, also den Versuch, Gottes Gnade durch gute Werke erlangen zu können, den gerechten Lohn und die entsprechende Aufmerksamkeit einzufordern.
Aber mit dieser traditionellen Lesart tun wir ihr Unrecht. Denn Lukas erzählt von Marta in einem spannenden Zusammenhang. Eben noch hatte Jesus in einem Lehrgespräch gesagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ und das Gleichnis vom barmherzigen Samariter erzählt. Ein Beispiel für gelebte Nächstenliebe draußen. Nun kommt er in Martas Haus, fraglos ist sie die Hausherrin, und das Lehrgespräch setzt sich fort, wenn man in den griechischen Urtext schaut. Denn dort steht nicht, wie Luther übersetzte: „Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihnen zu dienen“ sondern vielmehr: „Marta macht sich – selbst - viel zu schaffen mit dem Dienst.“ Sie grübelte darüber nach, was es mit dem großen Dienst, der Diakonie, der Nächstenliebe auf sich hat. Marta denkt das Thema des Gleichnisses weiter und wendet es nach innen. Was bedeutet Nächstenliebe innerhalb einer Familie? Was bedeutet es mit Blick auf meine Schwester? Auch sie führt ein zentrales Gespräch mit Jesus und auch hier lohnt der genaue Blick auf den Wortlaut. Wir sind gewohnt zu hören: „Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen lässt?“ - aber wörtlich übersetzt hat Lukas geschrieben: „Kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich zurücklässt, verlässt, um zu dienen?“ Marta sieht, dass Maria dabei ist, sich Jesus anzuschließen und fragt: bedeutet Nächstenliebe, dass ich sie loslassen und gehen lassne muss? Es geht mithin nicht um Bewirtungsfragen oder Hausarbeit, sondern um weit mehr.
Und folgt man den Spuren dieser Frau im Johannesevangelium, dann ist der eine andere Mensch neben Petrus, dem die Evangelisten ein Christusbekenntnis in den Mund gelegt haben, die versteht, wer er ist. Johannes schreibt: „Jesus aber hatte Marta lieb.“ Und erzählt dann als es um den toten Bruder Lazarus geht: „Marta spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommt.“ Das ist Marta. Sie bewirtschaftet ihr Haus. Natürlich. Aber sie ist weit mehr: eine kluge reflektierte Glaubenszeugin.


Dompredigerin Cornelia Götz

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