29/07/2026 0 Kommentare
Es brennt...
Es brennt...
# Wort zum Alltag

Es brennt...
Gestern um 16.13 Uhr meldete die Berliner Morgenpost:
„Zwei Löschflugzeuge starten aus dem Harz zur Unterstützung im Kampf gegen die Waldbrände nach Frankreich: Die im Landkreis Harz stationierte "Hexe 1" und eine baugleiche Maschine aus Polen sollen von Ballenstedt aus in die Region Bordeaux fliegen. Das zweite Flugzeug wird zunächst aus dem polnischen Mielec in den Harz überführt. Sobald die letzten Formalitäten mit den französischen Behörden geklärt sind, sollen beide Maschinen weiter nach Frankreich starten, sagte der Chef des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt, Kai-Uwe Lohse. Zuvor hatte der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet. Vermittelt worden sei die Unterstützung über das Bundeskanzleramt. Hintergrund sind die Waldbrände in der Region Bordeaux, wo nach Angaben der französischen Behörden Tausende Feuerwehrleute, Militärangehörige und Löschflugzeuge gegen die Flammen kämpfen.“
Was für eine Ohnmacht.
Fast möchte man Gießkannen spenden. Und sie vorher mit Tränen füllen.
Es gab eine Zeit, in der die Menschen die Beherrschung des Feuers als entscheidenden technischen Fortschritt begriffen. Von nun an wurde man unabhängiger vom Tag- und Nacht-Rhythmus, von den Jahreszeiten, vom Klima. Das Feuer kontrollieren zu können, war eine Machterfahrung.
Seither haben wir uns an vielen, vielen Stellen bemächtigt.
Flüsse wurden begradigt und Erbgut verändert.
Die Meere und der Weltraum vermüllt.
Jetzt brennt es.
Nicht nur ein bisschen, sondern unbeherrschbar.
Ist die Hölle los? Das nicht.
Es passiert, was lange prognostiziert war. Es gibt Ursachen. Man kann sie benennen. Das ist längst geschehen. Von vielen wurde seit Jahrzehnten gewarnt. Aber die Warner wurden überhört, wie die Propheten, wie der uralte Umkehrruf. Noch immer gilt der. Noch immer ist der Weg offen. Noch immer können wir vertrauen, dass Gott die Erde nicht noch einmal vernichten will.
Aber Umkehr hat Konsequenzen. Es geht nicht ohne radikale Richtungsänderung in unserem Alltag und unserem Leben.
Dompredigerin Cornelia Götz
Kommentare