11. September

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# Wort zum Alltag

11. September

Die Südspitze Manhattans wurde erschüttert, als die Türme einstürzten. Die ganze Welt wurde erschüttert, als die Türme einstürzten. Unser aller Herzen wurden erschüttert, als die Türme einstürzten. Heute vor 25 Jahren geschah es. Radikalisierte Islamisten steuerten zwei gekaperte Verkehrsflugzeuge in die Türme des World Trade Centers, die kurz darauf einstürzen. Knapp 3000 Menschen sterben, mehr als 6000 werden verletzt. Es ist der bis dahin größte Terroranschlag in der Menschheitsgeschichte.
Wie groß muss die Verblendung sein, wenn Menschen ihr eigenes Leben opfern, um Tausende mit in den Tod zu reißen? Wie groß muss die Verblendung sein, selbst zu glauben, dass es gerechtfertigt ist, über das Leben Anderer zu verfügen? Wie groß muss die Verblendung sein, um davon auszugehen, man handele nach Gottes Willen?
Ja, die Attentäter haben Schuld auf sich geladen. Doch diejenigen, die sie dazu verleitet und indoktriniert haben, sind mindestens gleichermaßen in Schuld geraten. Ihre Motivation war, Macht zu bekommen und den vermeintlichen Feind zu destabilisieren. Ihre Motivation war, sich aktiv und grausam gegen die Würde und die Freiheit von Menschen zu stellen, weil diese Freiheit nicht in ihr krudes Weltbild passte.
Die meisten Verantwortlichen des 11. September sind mittlerweile tot. Doch sie haben ihre Nachfolger gefunden – und die aktiven Attentäter ebenfalls. Und so erleben wir auch heute noch immer islamistischen Terror und islamistische Unterdrückung auf der ganzen Welt. Doch jede und jeder, der schon einmal in einem muslimischen Land gewesen ist oder der Musliminnen und Muslime kennt, wird erlebt haben, dass diese Menschen sich in erster Linie durch eine große Freundlichkeit, Gastfreundschaft und Zugewandtheit auszeichnen – und durch den Wunsch nach Frieden.
Immer wieder haben Menschen Religionen instrumentalisiert und für ihre eigenen Zwecke inhaltlich verbogen und missbraucht. Auch das Christentum hat sich damit mehrfach und in höchst verwerflichem Maße hervorgetan. Und immer ging es um den Versuch, Macht und Unterdrückung mit Gottes Willen zu rechtfertigen – bei den Kreuzzügen, der Inquisition und den Deutschen Christen in der NS-Zeit. Und immer hat man Gottes Willen und Gottes Gebote mit Füßen getreten und Leid und Schmerz und Unglück über Menschen gebracht, die genauso wie man selbst, Gotteskinder sind und waren.
Der Prophet Mohammed sagt: „Keiner von euch ist gläubig, bis er für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht“. In der jüdischen Bibel spricht Gott durch Mose: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Und Jesus Christus sagt: „Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich auch euch! Bleibt in meiner Liebe!“ Das sind die Botschaften, das ist die Botschaft, die den Islam, das Judentum und uns Christinnen und Christen miteinander verbindet und uns eine Basis für ein friedlichen und fröhliches Miteinander gibt.
Denn unser Gott ist kein Gott des Krieges und des Terrors und der Gewalt. Unser Gott ist ein Gott des Respekts, der Achtung und der Liebe. So war es im Anfang, jetzt und alle Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit!


Prädikant Heiko Frubrich

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