16/03/2026 0 Kommentare
Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. (Psalm 71, 17)
Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. (Psalm 71, 17)
# Wort zum Alltag

Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. (Psalm 71, 17)
In diesem Vers aus Psalm 71 hören wir die Stimme eines Menschen, der auf sein Leben zurückblickt. Da spricht jemand, der viel erlebt hat – Höhen und Tiefen, Vertrauen und Zweifel, Freude und Leid. Und mitten in diesem Rückblick steht ein Satz voller Dankbarkeit: „Du hast mich von Jugend auf gelehrt.“
Glaube beginnt oft früh. Vielleicht durch Eltern oder Großeltern, vielleicht durch eine Kinderbibel, ein Gebet am Abend oder ein Lied im Gottesdienst. Viele von uns tragen solche Erinnerungen in sich. Manchmal erscheinen sie klein und unscheinbar. Doch im Rückblick merken wir: Gott hat uns längst begleitet, lange bevor wir ihn bewusst gesucht haben.
Der Psalmbeter sagt nicht: Ich habe alles verstanden. Er sagt auch nicht: Mein Glaube war immer stark. Stattdessen sagt er: Du hast mich gelehrt. Das bedeutet: Glauben ist ein Weg des Lernens. Gott ist ein geduldiger Lehrer. Immer wieder zeigt er uns etwas von seiner Treue – manchmal durch Worte der Bibel, manchmal durch Menschen, manchmal durch Erfahrungen, die uns im Herzen bewegen.
Und dann folgt der zweite Teil des Verses: „Noch jetzt verkündige ich deine Wunder.“
Das ist bemerkenswert. Der Psalmbeter spricht nicht nur von der Vergangenheit. Sein Glaube ist nicht stehen geblieben. Er lebt weiter – auch im Alter, auch nach vielen Jahren. Wer Gottes Wirken erkannt hat, kann nicht schweigen. Er oder sie erzählt davon: von Bewahrung, von Trost, von unerwarteter Hilfe.
Dabei müssen diese „Wunder“ nicht spektakulär sein. Oft sind es die stillen Wunder des Alltags: Ein Mensch, der zur richtigen Zeit ein gutes Wort sagt; eine Kraft, die wir in schwerer Stunde plötzlich spüren; eine Hoffnung, die trotz allem nicht erlischt.
Vielleicht lädt uns dieser Psalm heute ein, kurz innezuhalten und zu fragen: Wo hat Gott mich in meinem Leben geführt? Wo hat er mich gelehrt? Und welche seiner Wunder habe ich erlebt?
Wenn wir darüber nachdenken, merken wir vielleicht: Unsere Lebensgeschichte ist voller Spuren Gottes. Und diese Spuren dürfen wir weitergeben – an Kinder, an Freunde, an Menschen, die gerade nach Hoffnung suchen.
Der Beter aus Psalm 71 zeigt uns: Glaube hat kein Verfallsdatum. Er wächst ein Leben lang. Gott hört nicht auf zu lehren – und wir hören nicht auf zu erzählen, was er getan hat.
So dürfen auch wir sagen: „Herr, du hast mich geführt bis hierher. Und solange ich lebe, will ich von deinen Wundern erzählen.“
Prädikant Marc Bühner
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