Vier Jahre

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# Wort zum Alltag

Vier Jahre

In dieser Woche jährt sich der Beginn des Ukrainekrieges zum vierten Mal. Damals, im Februar 2022, gab es Stimmen – ganz ähnlich wie 1914: „Zu Weihnachten ist es vorbei“. Mitnichten. Jetzt gehen die Menschen ins fünfte Kriegsjahr. Die unfassbare Zerstörung von Leben, Zukunft, Zuhause, Infrastruktur, Landwirtschaften – geschieht nicht irgendwo sondern nebenan. 18 Stunden dauert es mit dem Auto nach Kiew, 16 sind es nach Rom…
Haben wir uns daran gewöhnt? An den Krieg in der Nachbarschaft, die Ukrainer*innen unter uns, die Militarisierung der Sprache und der Wirtschaft, das ewige Gezauder, die lachhaften Sanktionen gegen Russland? Haben wir uns gewöhnt an den inneren Konflikt, in den wir als Christinnen und Christen geraten sind, weil Jesu Verzicht auf jedwede Gewalt und das radikale Tötungsverbot so eindeutig ist – wir aber, wohlfeil sicher und zu Hause, solches nicht denen abverlangen können, deren leben in Gefahr ist, die auch uns verteidigen. Vier Jahre.
Über dieser Woche heißt es aus dem 1. Johannesbrief: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ Ja, erschienen ist er. Aber wann wird er teuflische Werke zerstören? Aber wann wird endlich aufscheinen, dass er in den Schwachen mächtig ist? Und dann ist über dieser Woche noch der 91. Psalm: „Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not.“ Ist das die Erhörung? Dass Gott Not nicht wendet, sondern mit aushält? Wer wollte das laut sagen? Wer wollte das denken, wenn Menschen …
So hadere ich – aber das soll nicht so klingen als hätten wir das Problem. Die Menschen in der Ukraine haben es. Vier Jahre. Erinnern Sie sich an die Andachten damals mit dem Zitat von Matthias Claudius: „'s ist Krieg! 's ist Krieg! O Gottes Engel wehre, Und rede Du darein! 's ist leider Krieg – und ich begehre, nicht schuld daran zu sein!“ Wir möchten das noch immer sein. Aber ich befürchte, wir haben längst unsere Unschuld verloren.


Dompredigerin Cornelia Götz

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