10/04/2026 0 Kommentare
Ostern... und dann?
Ostern... und dann?
# Wort zum Alltag

Ostern... und dann?
Kurz nach Ostern: Die Dekorationen in den Geschäften und wahrscheinlich auch bei uns zu Hause sind weggeräumt und die letzten Ostereier werden im Supermarkt verschleudert. Das Fest ist vorbei, abgehakt – für viele zumindest.
Und da stellt sich einem vielleicht die Frage: Wie ist es einem ergangen nach dem Fest? Wie ergeht es uns generell nach Fest- und Feiertagen? Fühlte man sich eigentlich an den Festtagen selbst noch fröhlich und beschwingt? Und am Tag danach herrscht wieder Alltag mit Arbeit, Mühen, Sorgen und Plagen. Selbstverständlich gibt es auch im Alltag Anlässe zur Freude. Und auch nicht jeder Fest- und Feiertag verläuft sorgenfrei.
Ja, Ostern ist vorbei und der Alltag hat uns wieder eingenommen. Aber nicht nur wir heute, sondern auch die Jünger damals waren schnell wieder im Alltag des Lebens. Im Johannesevangelium wird berichtet, wie die Jünger die Tage nach dem Passahfest erlebten. Waren sie zunächst in freudiger Erwartung mit Jesus nach Jerusalem gekommen, erlitten sie dann das Drama der Gefangennahme, des Prozesses und der Hinrichtung am Kreuz. Was sollten sie tun? Ängstlich versteckten sie sich, bis sie die Botschaft der Frauen hörten, das Grab sei leer, Jesus sei von den Toten auferstanden. Das war kaum zu glauben. Von der Leere des Grabes konnten sie sich überzeugen, indem sie nachschauten. Ob Jesus wirklich von den Toten auferstanden war, da hatten sie doch ihre Zweifel, bis der Auferstandene mitten unter sie trat und sich ihnen zeigte.
Und was jetzt? Der Auferstandene hatte ihnen noch gesagt, selig seien die, die nicht sehen und doch glaubten. Dann waren sie allein. Wie sollte das Leben weiter gehen?
Das Leben ging weiter, wie es nach Fest- und Feiertagen immer weiter gegangen ist. Man ging an die Arbeit, so wie wir auch nach dem Osterfest wieder an die Arbeit gegangen sind. Und damals wie heute steht die Frage im Raum, wie das Leben im Glauben an Jesus Christus weitergeht nach Kreuz und Auferstehung bzw. nach Karfreitag und Ostern.
Es geht weiter in Gemeinde und Kirche, damals nicht im Gottesdienst, sondern im beruflichen Alltag. Hier trifft der Auferstandene seine Gemeinde und ermutigt sie zum Leben, auch zum Weiterleben in erfolglosen und trostlosen Lagen. Das Leben damals ging weiter im Glauben an Jesus Christus in den kleinen sich bildenden Gemeinden. Die Alltagsarbeit war zu erledigen. Der Glaube gab die Kraft, auch Mühen, Sorgen und Plagen zu bewältigen und Widerstände zu überwinden. Im Arbeitsalltag und in der gottesdienstlichen Mahlfeier wussten diese ersten Christen den Auferstandenen in ihrer Mitte.
Diese ersten Christen geben uns damit heute Beispiel und Zeugnis, wie Alltagsleben und Gottesdienst zusammengehören. In beidem wird uns der Auferstandene begegnen, allerdings bisweilen auch als Fremder, den wir erst im Glauben als den auferstandenen Christus erkennen.
Prädikant Marc Bühner
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