Meine Zeit steht in deinen Händen!

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Meine Zeit steht in deinen Händen!

# Wort zum Alltag

Meine Zeit steht in deinen Händen!

„Meine Zeit steht in deinen Händen.“, dieser eine Satz aus den Psalmen ist kurz – und doch trägt er eine erstaunliche Tiefe in sich.
Zeit – das ist etwas, das wir alle kennen und doch nie ganz begreifen. Sie vergeht. Sie drängt. Sie kann kostbar sein oder belastend. Manche Tage scheinen zu fliegen, andere ziehen sich endlos hin. Und oft haben wir das Gefühl, wir müssten unsere Zeit im Griff haben: planen, organisieren, optimieren.
Doch der Psalmbeter spricht ganz anders. Er sagt nicht: „Ich habe meine Zeit im Griff.“ Er sagt: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Das ist ein Perspektivwechsel.
Hier spricht ein Mensch, der erfahren hat: „Ich bin nicht der Herr meiner Zeit. Ich bin nicht der, der alles sichern oder kontrollieren kann. Aber ich bin auch nicht dem Zufall ausgeliefert. Meine Zeit – mein ganzes Leben – ist aufgehoben. In Gottes Händen.“ Und das sind gute Hände.
Wenn wir diesen Satz ernst nehmen, verändert sich etwas. Dann darf ich meine Vergangenheit loslassen – mit allem, was gelungen ist und mit dem, was ich vielleicht bereue. Auch sie liegt in Gottes Händen. Dann darf ich meine Gegenwart annehmen – mit all ihren Herausforderungen, Aufgaben und auch Freuden. Ich muss nicht alles perfekt machen. Ich darf vertrauen: Gott ist jetzt da. Und auch die Zukunft – die uns oft Sorge macht – steht nicht leer vor uns. Sie liegt bereits in Gottes Händen. Das heißt nicht, dass alles leicht wird. Aber es heißt: Ich gehe keinen Weg allein.
Vielleicht kennen Sie Situationen, in denen die Zeit schwer wird. Zeiten der Krankheit. Zeiten des Wartens. Zeiten der Unsicherheit. Gerade dann kann dieser Vers zu einem Halt werden. Nicht als schnelle Lösung, sondern als leises, tragendes Vertrauen: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“
Das ist kein billiger Trost. Denn dieser Satz wurde von einem Menschen gebetet, der Bedrängnis kannte. Der Angst hatte, verfolgt wurde, sich bedroht fühlte. Und mitten darin spricht er dieses Vertrauen aus. Es ist ein Vertrauen, das sich entscheidet.
Vielleicht können wir diesen Satz heute ganz bewusst für uns sprechen. Nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen. Wenn wir auf unseren Tag schauen – auf das, was war und was kommt – dann dürfen wir sagen: „Herr, meine Zeit steht in deinen Händen. Meine Termine, meine Begegnungen, meine Sorgen, meine Hoffnungen – alles lege ich in deine Hand.“
Und vielleicht geschieht dann etwas ganz Stilles: Ein wenig mehr Gelassenheit. Ein wenig mehr Frieden. Ein wenig mehr Vertrauen.
Denn wenn unsere Zeit in Gottes Händen steht, dann ist sie nicht verloren. Dann ist sie gehalten. Und so dürfen wir getrost in diesen Tag gehen – nicht allein, nicht getrieben, sondern getragen, in Gottes Händen.


Prädikant Marc Bühner

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