Masken, Rollen und das Selbst

Masken, Rollen und das Selbst

Masken, Rollen und das Selbst

# Wort zum Alltag

Masken, Rollen und das Selbst

Haben auch Sie am Sonntag und am gestrigen Montag all die Kostümierungen beobachtet? Viele interessante Kostüme – klassische bis hin zu sehr ausgefallenen. Sie alle eint aber, dass ihre Träger sich darum bemühen, für den einen Tag eine andere Gestalt anzunehmen. Einen Tag lang die gewohnte Garderobe ablegen. Einen Tag lang sich nach außen anders präsentieren. Einen Tag lang eine ganz andere Rolle einnehmen. Einen Tag lang die eigene Person hinter einem Kostüm kaschieren.
Ich glaube, für manch einen endet der Karneval gar nicht. Das Fest gewiss. Auch wird sicherlich das Karnevalskostüm wieder abgelegt. Doch manch einer bleibt verkleidet und begegnet seiner Umwelt sowie seinen Mitmenschen weiterhin mit einer Maske; keine, welche sich sofort als solche identifizieren lässt. Doch die wahre eigene Person, sie wird oder sie bleibt versteckt. 
Man könnte die Behauptung wagen, wir Menschen versuchen, uns nach außen zu präsentieren. Eine andere, vielleicht idealisierte Gestalt anzunehmen. So wie wir uns selbst gerne sehen. Oder so, um bei einem anderen ein Bild von uns zu kreieren. Aber auch um Unzulänglichkeiten zu kaschieren. Schwäche sowie Unsicherheiten zu verbergen. Uns nicht immer und nicht jedem ganz zu öffnen. Aus Gründen des Selbstschutzes. Wir versuchen also teilweise, nicht immer und alles von uns zu offenbaren oder gar uns hinter einer Maske, einer Fassade zu verstecken. Manchmal, da ist das notwendig. In heutigen Zeiten agieren wir in verschiedenen Rollen, gar in verschiedenen Gestalten: Bei der beruflichen Tätigkeit sind wir eine andere Person als im Privatleben. Freunden gegenüber öffnen wir uns mehr. Wir sind offener, ungezwungen, keinem Leistungsdruck oder Abhängigkeiten ausgesetzt. Der Familie gilt dann volle Offenheit, doch die Rollen bleiben: Wir sind Eltern, vielleicht sogar Großeltern, Kinder, Tanten oder Onkel. Und jene Rollen gehen mit entsprechenden Funktionen einher. Und diese wiederum legen uns ein kleines bisschen fest.
In der Wahrnehmung unseres Umfeldes jedenfalls existieren viele verschiedene Versionen unserer eigenen Selbst. Wir sind vielleicht der engagierte Arbeitskollege, ein liebendes Elternteil, oder ein diskussionsfreudiges Mitglied eines Literaturkreises.
Doch wer kennt uns wirklich? Wer weiß, wie es hinter unseren Masken, Rollen und Funktionen aussieht? Antwort findet wir ins Psalm 139: „HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest.“ (Psalm 139, 1-4)
Der HERR ist omnipräsent. Er kennt uns. Er weiß, wie wir wirklich sind. Er kennt uns bis tief ins Innerste. Hinter all die Masken blicket der HERR auf unser wahres Selbst. Wir können uns nicht verstecken vor ihm, oder unsere wahre Identität verbergen. Sein Blick überwindet alle Fassaden.
Es kann ein tröstlicher Gedanke sein, zu wissen, dass es jemanden gibt, der uns wirklich kennt. Vielleicht gar besser als wir uns selbst. Vor dem HERRN können, aber müssen wir auch nicht verbergen. Wir werden angenommen, so, wie wir sind. Keine Maske ist von Nöten. Wir müssen uns nicht selbst präsentieren, oder Leistungen besonders hervorheben. Auch müssen wir keine Rolle annehmen. Wir können einfach sein.
Erinnern wir uns also daran, dass wir uns vor Gott nicht verstellen müssen. Und dass all die verschiedenen Versionen von uns, die unsere Mitmenschen von uns haben, doch alle zu unsgehören. All die Masken zusammen genommen umreißen unsere wahres Ich näherungsweise. Gott verbindet sie. Sie sind kleine Facetten unsere gesamtheitlichen Persönlichkeit. Fest verbunden mit unserem Selbst.


Felix Lenda

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