Gnade um Gnade

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# Wort zum Alltag

Gnade um Gnade

Über dieser Woche heißt es aus dem Johannesevangelium: „Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ Diese Worte stehen im Prolog, in dem Christus als das Wort und das Licht beschrieben wird. Und von Christi Fülle haben wir Menschen genommen Gnade um Gnade. Doch es gibt auch kritische Anmerkungen, die der Evangelist Johannes zu Papier gebracht hat. Denn er schreibt nur ein paar Verse zuvor: „Christus kam in die Welt, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“
Ich denke, dass sich zwischen diesen beiden Polen das Glaubensleben vieler Menschen abspielt – meines auch. Da gibt es Zeiten, in denen wir Gottes Nähe und Liebe und Gnade ganz unmittelbar spüren und erleben, während wir in anderen Zeiten eher auf Distanz zu ihm leben, beziehungsweise gar nicht merken, wie nah er uns ist.
Der dänische Theologe und Philosoph Sören Kierkegaard hat einmal gesagt: „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.“ Und wie recht er damit doch hat. Wir können gar nicht anders, als uns dem Leben zu stellen. Niemand weiß verlässlich, was auf uns zukommen wird. Und ob in diesem Moment Gott gerade die Weichen unserer Lebenswege neu stellt, ist schwer einzuschätzen. Erst in der Rückschau wird häufig deutlich, dass wir im Segen gebadet haben oder, um Johannes zu zitieren, wir Gnade um Gnade empfangen.
Dass das so ist, liegt auch an Gottes Wesensart. Er tritt als hilfloses Kind in unser aller Leben. Er drängt sich nicht auf, übt keinen Zwang aus und kann so in diese Welt kommen, ohne, dass wir es bemerken. Er lädt uns zu sich ein, doch ob wir diese Einladung annehmen, bleibt uns überlassen. Daran erkennen wir, welch wein Vertrauen Gott in uns setzt. Er hält uns nicht an der kurzen Leine, sondern stellt unsere Füße auf weiten Raum.
Daran ändert sich im Übrigen nichts, wenn wir uns auf Gott einlassen – ganz im Gegenteil. Gott ist kein Diktator, der uns zwingt, nach seiner Pfeife zu tanzen. Gott ist ein freundlicher Begleiter, der uns behütet und uns annimmt, wie wir sind. Er verspricht uns ein Leben in Fülle, und dieses Versprechen hält er auch ein. Ärmer wird hingegen ein Leben, in dem Gott keine Rolle spielt. Dass uns dann ein Gegenüber für unsere Dankbarkeit fehlt, wäre möglicherweise zu verschmerzen. Doch wir müssten dann eben auch allein durch die finsteren Täler unserer Lebenswege – ohne Trost und Zuversicht.
Dann doch lieber ein Leben Im Glauben, reich an Barmherzigkeit und in der Nähe eines Gottes, dem wir wichtig sind. Aus seiner Fülle können wir dann nehmen Gnade um Gnade – in Jesu Namen. Amen.


Prädikant Heiko Frubrich

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