Geldregen

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# Wort zum Alltag

Geldregen

Ich erzähle Ihnen eine ebenso skurrile wie charmante Geschichte. Ereignet hat sie sich in der Stadt Detroit in den USA. Dort regnete es vor einiger Zeit buchstäblich Geld vom Himmel. Und das kam so:
Ein Geschäftsmann war verstorben. Sein Vermögen hatte er durch den Bau von Autowaschanlagen gemacht. Als die Söhne das Testament des Vaters öffneten, lasen sie darin seinen letzten Wunsch: Am Tag seiner Beerdigung sollte es Geldscheine und Rosenblätter regnen über dem Stadtteil, in dem die Beerdigung war. Fremde Menschen sollten so noch einmal teilhaben können an seinem Lebensglück, hatte der Vater verfügt.
Die Söhne machten sich daran, diesen letzten Willen auszuführen. Und so regnete es am Tag der Beerdigung für die erstaunten Menschen in den Straßen des Stadtteils völlig überraschend Geldscheine und Rosenblätter aus einem Hubschrauber vom Himmel herab.
Es sein ein großes und fröhliches Durcheinander von Menschen gewesen, die nach den Geldscheinen griffen, berichteten Zeitungen. Die Polizei, der man vorher einen Hinweis gegeben hatte, versuchte, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen. Es heißt, niemand sei zu Schaden gekommen. Nach ein paar Minuten war der Geldregen vorbei. Nur das Aufsammeln des Geldes dauerte noch eine Weile. In manchen Büschen fanden sich noch Tage später Dollarscheine.
Ein skurrile und charmante Geschichte, finde ich: Ein Mensch dankt und schenkt weiter. Das ist liebevoll. Ein glücklicher Mensch bringt am Ende seines Lebens anderen ein wenig Glück. Das ist einfach himmlisch. Denn der Himmel ist ein tiefes Bild für Gottes großes Ja zum Leben, für seine Güte und die Weite seines Segens. Beide wollen in uns Menschen hinein und mit uns in diese Welt hinaus.
Wir dürfen solche Winke des Himmels erwarten und dann möglichst richtig verstehen. Dieser hier sagt: Behalte dein Glück nie nur für dich allein. Wenn du dich beschenkt fühlst, schenke weiter. Denk nicht lange nach, sondern gib einfach. Denn, so weiß es die Bibel, Gott liebt die, die fröhlich geben!
Das ist dem verstorbenen Geschäftsmann in Detroit gelungen. Zugegeben auf ungewöhnliche Weise. Womöglich finden wir eine weniger dramatische Art, anderen aus Dankbarkeit etwas Glück zu schenken.


Pfarrer Henning Böger

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