03/12/2025 0 Kommentare
Es werde Licht!
Es werde Licht!
# Wort zum Alltag

Es werde Licht!
Wir sitzen eng beieinander im Bewegungsraum unseres Kindergartens im Magniviertel. Draußen dämmert es noch und hier unten im Souterrain brennen nur einige kleine Lichter in der Mitte. Es ist Projekttag zum Thema „Advent“. Und der beginnt, wie alle Projekttage, im Morgenkreis. Wir hören vom Licht, das Gott am Anfang aus der Finsternis hervorruft: „Und Gott sah, dass das Licht gut war!“ Wir singen miteinander zur Gitarre vom Licht, das die Nacht durchbricht. Und dann ziehen Kinder fröhlich und gespannt hinauf ins Kita-Haus, wo die Angebote auf sie warten: eine Druckwerkstatt, in der man Lichtertüten herstellen kann, eine Tanz-Werkstatt mit Lichtern in Bewegung, Experimente mit verschiedenen Lichtquellen und auch eine Bibelwerkstatt, die vom großen Stern erzählt, dem viele zur Krippe im Stall folgen werden. Gottes Licht ruft in Bewegung. Damals und heute.
„Gott, der gesagt hat: Aus der Finsternis soll ein Licht aufstrahlen, dieser Gott hat uns einen hellen Schein in unsere Herzen geben.“ Das schreibt der Apostel Paulus im zweiten Korintherbrief. Er schreibt gegen die Finsternis-Erfahrungen dieser Welt. Es sind Worte, die man adventlich hören darf: Wenn du nach Gott Ausschau hältst, dann übersieh das Leuchten nicht: Das Licht in der Dunkelheit. Den kleinen Hoffnungsschimmer dort, wo schon keine Hoffnung mehr war. Den Stern, dessen Schein den Weg zur Krippe weißt.
Vergessen wir das nicht: Noch bevor wir Menschen da waren, war von Gott her schon etwas da, was gut ist. Die Welt, in die wir kommen, ist nie nur von Finsternis beherrscht. Ihr ist durch Gott eine Grenze gesetzt. Das Licht vom Anfang ordnet diese Welt bis heute. Und es leuchtet auch in unseren Herzen.
Gott selbst hat es als hellen Schein dort hineingelegt.
Wer diesen Schein in sich spürt, der kann selbst für andere zu leuchten beginnen. Der kann nicht anders, als sich aufzumachen, um Licht in dunkle Herzen und Ecken tragen. Dorthin, wo diese Welt Licht und Freude braucht, wo sie Hoffnung und Frieden bitter nötig hat.
„Es werde Licht, das die Nacht durchbricht!“ Singend ziehen die Kinder hinaus ins Kita-Haus. Es wird ein Vormittag mit Ohrwurmgarantie. Auch wir dürfen heute Abend einen Satz mitnehmen und im Ohr behalten: „Gott, der gesagt hat: Aus der Finsternis soll ein Licht aufstrahlen, dieser Gott hat uns einen hellen Schein in unsere Herzen geben.“
Pfarrer Henning Böger
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