02/01/2026 0 Kommentare
Der Herr segnet, die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen.
Der Herr segnet, die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen.
# Wort zum Alltag

Der Herr segnet, die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen.
Das alte Jahr hat seine Tore mit all seinen Höhen und Tiefen geschlossen und wir dürfen es in Gottes Hände zurücklegen. Vielleicht blicken wir dankbar zurück, vielleicht auch mit Sorge oder Enttäuschung. Gott kennt alles, was war – und er geht mit uns in alles, was kommt und so hat das neue Jahr seine Tore um einen kleinen Spalt geöffnet und es liegt nun vor uns – wie ein offenes Buch mit leeren Seiten. Noch wissen wir nicht, was geschrieben werden wird: Welche Wege werden wir gehen, welche Begegnungen werden uns prägen, welche Herausforderungen und welche Freuden auf uns warten. Vieles ist ungewiss und so sind die kommenden Monate noch ungelebt, ungeplant, offen. Ja, das neue Jahr hat begonnen und für viele ist diese Zeit geprägt von Hoffnung und Erwartungen, für andere vielleicht von Unsicherheit oder leiser Sorge. Gerade am Anfang eines neuen Jahres wird uns bewusst, wie wenig wir tatsächlich selbst in der Hand haben.
Mitten in diese Offenheit spricht der Psalm ein tröstliches und stärkendes Wort: „Der Herr segnet, die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen.“
Dieser Vers erinnert uns zuerst daran, wer es ist, der unser Leben trägt: der HERR. Nicht wir selbst sind der Mittelpunkt, nicht unsere Leistung, nicht unsere Pläne oder Vorsätze. Gott ist es, der segnet. Segen ist kein Ergebnis von Perfektion, sondern ein Geschenk. Er kommt von Gott und gilt denen, die sich an ihn halten, die ihn ernst nehmen, die ihm vertrauen, die ihn fürchten. Und „die ihn fürchten“ mein damit keine Angst, sondern eine Haltung der Ehrfurcht: Gott Raum zu geben, ihn in Entscheidungen mitzudenken, ihm zuzutrauen, dass er weiß, was gut für uns ist – auch dann, wenn wir es selbst noch nicht sehen.
Besonders tröstlich ist die zweite Hälfte des Verses: „die Kleinen und die Großen“.
Gottes Segen macht keinen Unterschied. Er gilt den Starken und den Schwachen, den Erfolgreichen und den Zweifelnden, den Jungen und den Alten. Niemand ist zu unbedeutend, niemand zu gescheitert, niemand zu unsicher für Gottes Zuwendung. Gerade zu Beginn eines neuen Jahres dürfen wir das hören: Du bist gesehen. Dein Weg zählt. Dein Leben liegt Gott am Herzen.
Vielleicht tragen wir aus dem vergangenen Jahr Lasten mit uns: Enttäuschungen, offene Fragen, ungelöste Konflikte. Vielleicht haben wir Hoffnungen für das neue Jahr, aber auch Ängste. Gott lädt uns ein, all das vor ihn zu bringen. Sein Segen bedeutet nicht, dass alles leicht wird – aber dass wir nicht allein gehen. Und so müssen wir auch alles nicht perfekt machen oder alles aus eigener Kraft schaffen. Gott lädt uns ein, neu zu vertrauen. Und das Schritt für Schritt. Tag für Tag. Gott verspricht uns keinen Weg ohne Schwierigkeiten, aber er verspricht seine Nähe. Er geht mit – durch Fragen, Entscheidungen, Freude und Leid.
Möge dieses neue Jahr ein Jahr werden, in dem wir Gottes Segen suchen und weitergeben. Ein Jahr, in dem wir aus seiner Liebe leben – und sie in unseren Alltag tragen. So dürfen wir dieses Jahr beginnen im Vertrauen darauf, dass Gott uns begleitet. Dass sein Segen uns, die Kleinen und die Großen, stärkt für das, was kommt. Und dass wir selbst zu einem Segen werden können für andere – durch Freundlichkeit, Geduld, Mitgefühl und Hoffnung.
Prädikant Marc Bühner
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