12/02/2026 0 Kommentare
Darwin-Tag
Darwin-Tag
# Wort zum Alltag

Darwin-Tag
Heute ist Darwin-Tag. Er geht zurück auf den Wissenschaftler Charles Darwin, der heute seinen 215. Geburtstag gehabt hätte. Die Evolution als Prozess und Motor für die Entstehung der Arten war sein großes Thema. Das Prinzip der natürlichen Auslese hat Darwin zufolge zur Fortentwicklung der jeweiligen Lebensformen geführt. Der Darwin-Tag wird heute in erster Linie an wissenschaftlichen Einrichtungen, Museen und Universitäten begangen. Hierbei soll unter anderem die Bedeutung der freien Forschung herausgestellt werden.
Außerdem betonen an diesem Gedenktag humanistische und atheistische Bewegungen die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Charles Darwin als einen eindeutigen Beleg dafür, dass die biblische Darstellung über die Entstehung und Fortentwicklung von Leben als einem Akt der Schöpfung falsch sei. Denn es sei eben gerade nicht so gewesen, wie es die Schöpfungsgeschichte im ersten Buch Mose darstellt: Licht an und alles ist fertig. Vielmehr sei die Entwicklung der Arten und schlussendlich auch die von uns Menschen ein sich über Jahrmillionen hinwegziehender Prozess, der auch heute noch andauert.
Da ist er wieder, der nach Meinung vieler unauflösliche Widerspruch zwischen Religion und Wissenschaft. Da steht auf der einen Seite Gott als Schöpfer des Himmels und der Erde und auf der anderen Seite der Prozess der Evolution. Nun mag es an meinem unzureichend ausgebildeten wissenschaftlichen Verständnis liegen, aber ich kann diesen Widerspruch zwischen Mose und Darwin nicht erkennen.
Ich verstehe die biblische Schöpfungsgeschichte nicht als einen Augenzeugenbericht über das, was sich am Anfang der Zeit zu tragen hat. Wie könnte dem auch so sein? Denn selbst wenn ich davon ausgehe, dass die biblische Beschreibung wortwörtlich zu verstehen ist, war in den Schöpfungstagen 1 bis 5 kein Mensch dabei, denn der wurde ja, wie bei Mose nachzulesen, erst am sechsten Tag erschaffen.
Fakt ist doch, dass alles auf dieser Welt nach Gesetzmäßigkeiten abläuft, so auch die Entstehung und Weiterentwicklung der Arten im Prozess der Evolution. Doch wir kommen in diesem Zusammenhang nicht an der Frage vorbei, wer denn diese Gesetzmäßigkeiten aufgestellt hat. Und damit meine ich nicht nur die Erkenntnisse, die auf das wissenschaftliche Wirken von Charles Darwin zurückgehen, sondern ich meine vielmehr die Naturgesetze insgesamt.
In 4-6 Wochen werden wir alle wieder Zeugen davon werden, wie sich nach dem Winter das Leben vor unseren Augen Bahn bricht. Wird es wieder grünen und blühen und sprießen und duften und natürlich ist es wissenschaftlich erklärbar, was da genau vor sich geht. Aber die Frage, warum das so ist, also die Frage, warum es überhaupt leben gibt, die ist wissenschaftlicherseits nicht zu beantworten.
Ich denke, dass wissenschaftliche Forschung sich immer weiter auf Gott hinbewegt, je intensiver sie betrieben wird. Und so verstehe ich unter anderem auch Darwin als jemanden, der uns erklärt, wie Gottes Handeln angelegt ist. Doch er ist für mich niemand, der Gottes Existenz widerlegt – eher im Gegenteil. Amen
Prädikant Heiko Frubrich
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