Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht.

Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht.

Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht.

# Wort zum Alltag

Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht.

„Brich dem Hungrigen dein Brot.“ So lesen wir beim Propheten Jesaja. Und Jesus sagt im Matthäusevangelium: „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben; ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben.“

Zwei Bibelstellen, die uns auf ganz besondere Weise zeigen, worauf es im Glauben wirklich ankommt: auf die Liebe, die nicht nur von Gott spricht, sondern die auch sichtbar und spürbar wird.
Es ist leicht, von Nächstenliebe zu reden. Es ist leicht, sich Frieden, Gerechtigkeit und eine bessere Welt zu wünschen. Aber Jesaja und Jesus erinnern uns daran, dass unser Glaube ganz konkret werden muss. Dort, wo Menschen Hunger haben, wo jemand einsam ist, wo ein Mensch keine Hoffnung mehr sieht oder einfach jemanden braucht, der ihm zuhört.
Manchmal braucht es gar nicht viel: ein Stück Brot, eine offene Tür, ein freundliches Wort, eine helfende Hand oder ein wenig Zeit. Was für uns vielleicht selbstverständlich erscheint, kann für einen anderen Menschen ein großes Geschenk sein.
Besonders schön bringt das auch das Lied „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht“ zum Ausdruck.
Das Bild ist beeindruckend: Brot, das geteilt wird, beginnt zu blühen. Aus etwas Alltäglichem wird etwas Wunderschönes. Aus einer kleinen Geste entsteht Hoffnung. Aus Teilen wird Leben.
Eine Rose ist ein Zeichen der Liebe, der Schönheit und der Freude. Und genau das kann geschehen, wenn wir bereit sind, miteinander zu teilen. Wenn wir nicht nur auf uns selbst schauen, sondern auch die Not des anderen wahrnehmen.
Vielleicht ist es gerade das, was Jesus mit seinen Worten meint: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern und Schwestern, das habt ihr mir getan.“
Jesus begegnet uns nicht nur in den großen und besonderen Momenten unseres Lebens. Er begegnet uns auch in den Menschen, die unsere Hilfe brauchen. In dem Fremden, dem Einsamen, dem Hungrigen und dem, der am Rand unserer Gesellschaft steht.
Das fordert uns heraus. Denn manchmal ist es bequemer, wegzuschauen. Manchmal fehlt uns die Zeit, manchmal die Kraft. Doch Gott erwartet nicht, dass wir die ganze Welt retten. Er lädt uns ein, dort anzufangen, wo wir gerade stehen.
Vielleicht können wir heute jemandem ein Stück Brot reichen. Vielleicht können wir einem Menschen ein Lächeln schenken oder ihm zeigen: Du bist nicht allein.
Und vielleicht wird genau dort das Wunder geschehen, von dem das Lied erzählt: Dass aus dem, was wir miteinander teilen, etwas aufblüht. Dass Hoffnung wächst, wo vorher Not war. Dass Liebe sichtbar wird, wo Menschen füreinander da sind.
Gott schenkt uns seine Liebe, damit wir sie weitergeben.
So lasst uns mit offenen Augen und offenen Herzen durch unseren Alltag gehen. Damit unser Glaube nicht nur in unseren Worten lebt, sondern in unseren Händen, in unseren Taten und in unserer Liebe zum Nächsten.
Und damit auch heute dort, wo wir miteinander teilen, ein kleines Stück Himmel auf dieser Erde aufblühen kann – wie eine Rose.


Prädikant Marc Bühner

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