Was ich von Gott halte? – Dass er mich hält!

Was ich von Gott halte? – Dass er mich hält!

Was ich von Gott halte? – Dass er mich hält!

# Wort zum Alltag

Was ich von Gott halte? – Dass er mich hält!

„Was hältst du eigentlich von Gott?“ Diese Frage kann einen ins Grübeln bringen. Manche würden antworten: „Gott ist Liebe.“ Andere sagen: „Gott gibt mir Kraft.“ Wieder andere wissen gar nicht so recht, was sie sagen sollen.
Ich möchte heute anders antworten: „Was ich von Gott halte? – Dass er mich hält.“ Das ist kein kluger Gedanke. Es ist eine Erfahrung. Denn wenn ich ehrlich bin, gibt es viele Tage, an denen ich Gott gar nicht so festhalten kann. Es gibt Zeiten voller Zweifel, Sorgen oder Erschöpfung. Zeiten, in denen mein Glaube klein wird und meine Hände müde werden.
Aber die gute Nachricht des Evangeliums lautet nicht: „Du musst Gott festhalten.“ Sondern: „Gott hält dich fest.“
Beim Propheten Jesaja lesen wir wie Gott spricht: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.“ Und an anderer Stelle heißt es: „Ich habe dich je und je geliebt.“ Das ist Gottes Zusage. Nicht unsere Leistung trägt den Glauben, sondern Gottes Treue und Gnade trägt uns.
Besonders deutlich wird das in Jesus Christus. Er geht den Menschen nach, die sich verlaufen haben. Er richtet die auf, die gefallen sind. Er sucht die, die niemand mehr sucht. Und selbst am Kreuz lässt er die Menschen nicht los. Die Auferstehung zeigt: Gottes Hand reicht weiter als Schuld, Leid und sogar der Tod.
Martin Luther hat einmal gesagt: „Wir sind Bettler, das ist wahr.“ Wir leben davon, dass Gott schenkt. Wir leben davon, dass Gott trägt. Unser Glaube beginnt nicht mit unserem Festhalten an Gott, sondern mit seinem Festhalten an uns.
Vielleicht kennen Sie das Bild eines kleinen Kindes, das mit seiner Mutter eine belebte Straße überquert. Das Kind hält die Hand der Mutter. Aber entscheidend ist etwas anderes: Die Mutter hält die Hand des Kindes. Selbst wenn das Kind stolpert oder loslassen möchte – die starke Hand der Mutter bleibt.
So ist Gottes Liebe. Sie ist stärker als unsere Angst. Größer als unsere Zweifel. Treuer als unser wechselhaftes Herz.
Darum kann ich auf die Frage „Was hältst du von Gott?“ mit Überzeugung antworten: „Ich halte von Gott, dass er mich hält. Im Leben und im Sterben. An guten Tagen und an schweren. Wenn ich stark bin und wenn ich schwach bin. Denn er hat versprochen: Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.“
Darauf dürfen wir vertrauen und aus diesem Vertrauen heraus dürfen wir leben – getrost, dankbar und hoffnungsvoll.


Prädikant Marc Bühner

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