Trotzdem!

Trotzdem!

Trotzdem!

# Wort zum Alltag

Trotzdem!

Vielleicht erinnern Sie sich an die Politische Abendandacht im Frühjahr? Sie stand unter dem Thema „Systemsprenger Zuversicht“. Wir hatten uns gefragt, wie man eigentlich durch die Tage kommen soll, wenn man schon morgens beim Frühstück so viele schlechte Nachrichten ins Müsli rührt, dass man die Rosinen kaum noch rausschmecken kann.
Das ist seither nicht besser geworden.
Im Gegenteil – nach den Wahlen kann man das Gefühl haben, dass sich der Raum verengt und auch der Hals, dass die Luft dünner wird. Und immer unversöhnlicher und befremdeter schauen die einen auf die anderen, grenzen sich ab, geben sich auf, verurteilen oder bekämpfen sich. Damit einher geht Erstarrung, die nicht dem Leben dient.
Im März haben wir versucht, uns von unseren Alltagsstrategien der Ermutigung zu erzählen, von Krokussen im Schnee und haben Rosen als Stützen verschenkt – ganz im Sinne von Hilde Domin, die gegen alle Zermürbung anschrieb: „Nicht müde werden / sondern dem Wunder / leise / wie einem Vogel / die Hand hinhalten.“
Unser Bild war ein Netz.
Wir sind verbunden – nicht durch Übereinstimmung in einer Blase, sondern durch einen Geist, der ermutigt, Kraft, Liebe und Besonnenheit schenkt und auch durch uralte immer neue Geschichten: Zu dieser Woche gehört die Auferweckung des Lazarus. Er ist der Bruder von Maria und Marta. Lazarus ist krank und stirbt, wird begraben und in eine Höhle gelegt, Stein davor – es ist eh alles zu spät. Jesus ist nicht rechtzeitig gekommen, hat nicht heilend eingegriffen. Nichts geht mehr. Aber als er dann kommt, bleibt Maria sitzen. Enttäuscht? Müde? Mutlos? Marta geht ihm entgegen. Und sie macht kein Hehl daraus, dass ihnen Kummer und Schmerz zugestoßen ist, dass sie eine Grenzerfahrung gemacht haben – aber sie traut ihm dennoch zu, die Situation zu wenden, dem Tod die Stirn zu bieten.
Es kommt nicht auf den Augenschein an. Es kommt darauf an, offen zu bleiben für das Wunder des Lebens, für Hoffnung und Zuversicht.
Die Geschichte geht wild aus: Jesus lässt den Stein wegrollen und ruft den Lazarus. Der kommt, stinkend und in Binden gewickelt aus dem Grab – wider allen Zweifel und stellvertretend für die, die an Hoffnungslosigkeit sterben und totgeredet werden, von denen niemand mehr etwas erwartet und keiner etwas erhofft.
Und wir lernen: Es ist immer mehr möglich. Es lohnt zu vertrauen. Es hilft, aufzustehen und Jesus entgegenzugehen. Das Leben vergeht nicht. Und wir sind Anwältinnen der Hoffnung, des Mutes und der Zuversicht, die es jetzt so dringend braucht.


Dompredigerin Cornelia Götz

Dies könnte Sie auch interessieren

Hier erreichen Sie uns:

Ev.-luth. Domkirche St. Blasii zu Braunschweig
Domplatz 5
38100 Braunschweig

Domsekretariat

 0531 - 24 33 5-0
  dom.bs.buero@lk-bs.de

Domkantorat

  0531 - 24 33 5-20
  domkantorat@lk-bs.de

Anfrage und Anforderung kirchlicher Bescheinigungen

Andachten & Gottesdienste:

Montag bis Freitag
17:00 Uhr

ABENDSEGEN

mittwochs mit Versöhnungsgebet von Coventry

freitags mit Abendmahl

Samstag
12:00 Uhr

MUSIKALISCHES MITTAGSGEBET

Sonntag
10:00 Uhr

GOTTESDIENST

Domführungen:

Montag bis Samstag
14:00 Uhr

ÖFFENTLICHE DOMFÜHRUNG

Im Januar und Februar sowie an Feiertagen finden keine öffentlichen Führungen statt!

 

GRUPPENFÜHRUNGEN

melden Sie bitte über unser Buchungssystem an:

Buchung Domführung

Öffnungszeiten:

Montag bis Sonntag
10:00 Uhr - 17:00 Uhr

Im Januar und Februar gelten folgende Öffnungszeiten:

Montag
15:00 Uhr - 17:00 Uhr

Dienstag bis Sonntag
10:00 Uhr - 13:00 Uhr
15:00 Uhr - 17:00 Uhr

Der Braunschweiger Dom bleibt am 1. Januar, 1. Mai und 3. Oktober geschlossen!