16/09/2026 0 Kommentare
Tag der Demokratie
Tag der Demokratie
# Wort zum Alltag

Tag der Demokratie
Heute, am 15. September, ist der „Internationale Tag der Demokratie“. Im Jahr 2007 haben die Vereinten Nationen diesen Aktionstag ins Leben gerufen. Er soll weltweit daran erinnern, dass Demokratie und freiheitliche Werte aktiv geschützt, gefördert und verteidigt werden müssen.
Demokratie ist kein Geschenk, das man einmal auspackt und dann für immer besitzt. Demokratie bedeutet die Mühe, einander zuzuhören – gerade dann, wenn wir völlig unterschiedlicher Meinung sind. Sie fordert uns heraus, den lauten, vermeintlich einfachen Parolen zu widerstehen und stattdessen die anstrengende Suche nach Kompromissen auf uns zu nehmen.
Und Demokratie fordert Einsatz und Verantwortung. Sie verlangt Kraft, Geduld und Respekt vor der Würde des anderen. Wie wertvoll sie ist, sehen wir in Ländern, in denen es nicht so ist: wo das Recht und die Würde von Menschen missachtet und mit Füßen getreten werden und man kein Wort gegen die Regierung sagen darf, ohne dafür büßen zu müssen.
Als vor 77 Jahren, im Mai 1949 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland feierlich verkündet wurde, da haben die Mütter und Väter unserer Verfassung die Grundrechte konsequent an den Anfang unserer parlamentarischen Demokratie gestellt.
„Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen“ wurde aufgeschrieben, was unser Zusammenleben bis heute grundlegend ordnet: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Die Freiheit des Glaubens ist unverletzlich. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und vieles mehr gilt seitdem in unserem Land.
Nach den dunklen, nationalsozialistischen Jahren war das Grundgesetz wie das Aufstoßen einer Tür in Richtung Frieden und Freiheit. Und seine Grundrechte sind seitdem Gabe und Aufgabe zugleich. Denn Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde müssen gemeinsam gestaltet, von vielen getragen und bisweilen auch mutig verteidigt werden.
Weil jeder Mensch unverlierbare Würde besitzt. Weil wir alle zu derselben Freiheit berufen sind. Und weil jede staatliche Macht dort begrenzt ist, wo sie diese Würde und Freiheit bedroht. Ja, Demokratie macht Arbeit! Aber anders würde ich es auch gar nicht haben wollen.
Pfarrer Henning Böger
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