Nicht aufgeben!

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# Wort zum Alltag

Nicht aufgeben!

Zu dieser Woche gehört eine Geschichte aus dem Markusevangelium, über die ich immer wieder staune. Erzählt wird von einem Menschenauflauf – immer noch sind es viele, die hoffen und sich aufmachen und damit Bewegung ermöglichen – wider das Erstarren und Verstummen. Es sind, so erzählt Markus: „So viele, sodass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort.“
Und da berichtet er: „Und es kamen einige, die brachten zu ihm einen Gelähmten, von vieren getragen. Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, gruben es auf und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. Da nun Jesus ihr Vertrauen sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“
Da ist einer nicht in der Lage zu gehen, sich zu bewegen. Seien Füße trage ihn nicht. Seine Hoffnung vielleicht auch nicht. Er bliebe wo und wie er ist.
Wie wir alle, wenn wir keine Kraft haben, krank sind, mutlos, schwach – angewiesen darauf, dass andere sich sorgen, uns nicht aufgeben, sondern mitnehmen – ja womöglich mitreißen. Hier in dieser Geschichte tun vier von denen, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, die unserem Gott zutrauen, alles zum Guten hin ändern zu können, was sie nur irgend können.
Ihre Kraft und ihr Vertrauen sind es, die Begegnung und Heilung ermöglichen. Ihre Zuversicht ist es, die die Situation auch eines anderen Menschen ändern kann. Sie glauben, dass ein Neuanfang auch für diesen möglich ist.
Jesus sieht es genau. Ihretwegen wendet er sich dem Gelähmten zu und spricht ihn frei – von seiner Verkrümmung in sich selbst und von seiner tiefen Entfremdung. Er spricht ihn frei, von allem, was ihn hindert zu leben - und das scheint nicht die Muskelkraft zu sein.
Das führt zu Erstaunen und zu Erregung: „Es saßen da aber einige und dachten in ihren Herzen: Wie redet der? … Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? Und Jesus erkannte dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin?“
Am Ende wird der Gelähmte aufstehen, sein Bettzeug nehmen und gehen. Er wird irgendwie auch durch die Menge durchkommen. Seien Beine werden stark genug sein. Seine Willenskraft, sein Rückgrat auch. Er verdankt das dem Zukunftsmut anderer, derer die nicht aufgeben. Und Gott, der Türen öffnet und unsere Wege zum Guten wendet.


Dompredigerin Cornelia Götz

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