07/10/2026 0 Kommentare
E - Erlassjahr
E - Erlassjahr
# Wort zum Alltag

E - Erlassjahr
Gott sehnt sich nach Gerechtigkeit. So sage ich es meinen Konfirmand}innen und hoffe, das ist nicht zu steil. Gott zeigt uns Wege dahin.
Eine ist das E - Erlassjahr.
Im Fünften Buch Mose heißt es: „Alle sieben Jahre sollst du ein Erlassjahr halten. So aber soll’s zugehen mit dem Erlassjahr: Wenn einer seinem Nächsten etwas geborgt hat, der soll’s ihm erlassen und soll’s nicht eintreiben von seinem Nächsten oder von seinem Bruder; denn man hat ein Erlassjahr ausgerufen dem Herrn. … Wenn einer deiner Brüder arm ist in irgendeiner Stadt in deinem Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben wird, so sollst du dein Herz nicht verhärten und deine Hand nicht zuhalten gegenüber deinem armen Bruder … Hüte dich, dass nicht in deinem Herzen ein arglistiger Gedanke aufsteige, dass du sprichst: Es naht das siebente Jahr, das Erlassjahr –, und dass du deinen armen Bruder nicht unfreundlich ansiehst und ihm nichts gibst …“
Das Erlassjahr betraf nicht nur Schulden, sondern auch Sklaven, denn - 2. Mose 2: „Wenn sich dein Bruder oder deine Schwester dir verkauft, so sollen sie dir sechs Jahre dienen; im siebenten Jahr sollst du sie als frei entlassen. Und wenn du sie freigibst, sollst du sie nicht mit leeren Händen von dir gehen lassen…“
Das Erlassjahr, im Rhythmus der Schöpfungsordnung war eine Fortentwicklung aus dem agrarischen Brachjahr, denn alle sieben Jahre sollten Felder, Weinberge und Ölpflanzungen ein Jahr ruhen. Die Brache wurde dabei wahrscheinlich so berechnet, dass immer ein Siebtel des Landes brach lag. Das Deuteronomium, das fünfte Buch Mose, machte daraus einen allgemeinen Schuldenerlass. Der Gläubiger lässt los, erlässt, das, was er bei seinem Nachbarn und seinem Bruder ausstehen hat und damit auch die, die in Schuldsklaverei geraten sind.
Die Praxis von Schuldenerlassen kannte der Alte Orient schon lange. Sie wurden besonders anlässlich von Thronwechseln verfügt, um das soziale Gleichgewicht im Land wieder herzustellen und so zu verhindern, dass die soziale Schere in einer Gesellschaft immer weiter aufgeht und Menschen zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen.
Dompredigerin Cornelia Götz
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