14/08/2026 0 Kommentare
Bete nicht um leichtere Lasten, sondern um stärkere Schultern.
Bete nicht um leichtere Lasten, sondern um stärkere Schultern.
# Wort zum Alltag

Bete nicht um leichtere Lasten, sondern um stärkere Schultern.
Dieser Satz klingt zunächst ungewöhnlich. Denn wenn wir ehrlich sind, wünschen wir uns meist genau das Gegenteil: weniger Probleme, weniger Sorgen, weniger Herausforderungen. Oft bitten wir Gott, unsere Lasten von uns zu nehmen.
Doch das Leben verläuft selten ohne Belastungen. Krankheit, Enttäuschungen, Konflikte, Verlust oder Zukunftsängste gehören zu unserer menschlichen Erfahrung. Niemand bleibt davon verschont. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob wir Lasten tragen müssen, sondern wie wir sie tragen.
Der Apostel Paulus schreibt im zweiten Brief an die Korinther: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Korinther 12,9). Paulus selbst hatte Gott gebeten, ihm eine schwere Belastung abzunehmen. Doch Gottes Antwort lautete nicht: „Ich nehme sie weg“, sondern: „Meine Gnade genügt dir.“
Das bedeutet nicht, dass Gott unserem Leid gleichgültig gegenübersteht. Im Gegenteil: Er geht jeden Schritt mit uns. Er verspricht nicht immer die sofortige Lösung unserer Probleme, wohl aber seine bleibende Gegenwart. Er schenkt Kraft für den nächsten Schritt, Mut für den neuen Tag und Hoffnung mitten in dunklen Zeiten.
Vielleicht kennen wir Menschen, die schwere Schicksalsschläge erlebt haben und dennoch nicht daran zerbrochen sind. Oft sagen sie rückblickend: „Ich weiß selbst nicht, woher ich die Kraft genommen habe.“ Als Christen dürfen wir darauf vertrauen: Diese Kraft kommt von Gott. Er stärkt unsere Schultern, wenn die Last nicht sofort verschwindet.
Auch Jesus selbst ging diesen Weg. Im Garten Gethsemane bat er seinen Vater, den Leidensweg von ihm zu nehmen. Doch schließlich betete er: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“ Jesus blieb das Leiden nicht erspart. Aber der Vater gab ihm die Kraft, den Weg bis ans Kreuz zu gehen und durch Auferstehung den Sieg über Leid und Tod zu erringen.
So dürfen auch wir beten: „Herr, wenn es dein Wille ist, nimm diese Last von mir. Wenn sie aber bleibt, dann schenke mir die Kraft, sie zu tragen. Stärke meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe. Stärke meine Schultern, damit ich nicht verzage, sondern auf dich vertraue.“
Manchmal verändert Gott unsere Umstände. Manchmal verändert er uns. Und nicht selten liegt gerade darin das größere Wunder.
Darum wollen wir unser Vertrauen nicht allein auf eine Veränderung unserer Situation setzen, sondern auf den Gott, der uns durch jede Situation hindurchträgt. Seine Kraft ist größer als unsere Schwäche. Seine Gnade reicht weiter als unsere Sorgen. Und seine Liebe trägt uns – heute, morgen und bis in Ewigkeit.
Prädikant Marc Bühner
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