Herzlich Willkommen

beim Braunschweiger Dom! Wir möchten Sie einladen, sich informieren zu lassen über

  • ein international bekanntes Gebäude, seine Geschichte und seine herausragenden Kunstwerke
  • die Menschen, die hier arbeiten
  • die Braunschweiger Domsingschule, in der einmalig im evangelischen Deutschland über 800 Menschen regelmäßig musizieren
  • unsere City-Kirchen-Arbeit mit interessanten Projekten
  • Möglichkeiten, mit uns in Kontakt zu kommen
  • die Veranstaltungen am Braunschweiger Dom und die Möglichkeiten mit einem Wort zum Alltag Gottes frohe Botschaft zu erfahren.

Gründe genug, um noch ein bisschen mehr anzuklicken. Ihre Reaktionen lesen wir gerne und grüßen Sie herzlich aus Braunschweig, der Stadt Heinrichs des Löwen.

aktueller Termin

Montag, 05.12.2016 - 17:00 Uhr
MUSIKALISCHE ANDACHT


Chor der Lebenshilfe Braunschweig
Leitung: Aurora Holuba
Dompredigerin Cornelia Götz

NEUERSCHEINUNG: CD "Luther"

NEUERSCHEINUNG:  CD "Luther"


Kindermusical von Brigitte Antes (Text) und
Gerd-Peter Münden (Musik)

Braunschweiger Domsingschule 2016
Leitung: Gerd-Peter Münden

AB SOFORT IM DOM ERHÄLTLICH!

NECC 2017 BRAUNSCHWEIG

Im Reformationsjubiläum 2017 laden wir Sie herzlich nach Braunschweig in unseren Dom ein. Die NECC, von Dienstag, 06.06., bis Freitag, 09.06.2017, steht ganz im Zeichen der Reformation und ihrer Bedeutung für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Weitere Informationen finden Sie auf: www.necc2017.de

NECC 2017 BRAUNSCHWEIG

Das Wort zum Alltag

O


Letzte Woche hatte ich sie mit dem Gedanken entlassen, dem „O“ aus „Macht hoch die Tür“ - „O wohl dem Land, O wohl der Stadt“ nachzugehen.
Denn das „O“ hat es in der Advents- ... weiter lesen

Vatertage, eine deutsche Geschichte

Predigt am Volkstrauertag 2016 (Katja Thimm: Vatertage) Volkstrauertag ist ein Datum der Rückblende. Wohl wissend, dass Erinnerung Gedächtnis schärft und Identität stärkt, rufen wir uns schmerzliche Vergangenheit ins Bewusstsein, damit das „Nie wieder…“ unverrückbar in uns wird. Dabei wissen wir: Erinnerung lückenhaft und subjektiv, Gefühlen und Verdrängungsmechanismen unterworfen. Im Laufe meines Lebens ändert sich, was ich von den Lebensgeschichten meiner Eltern und Großeltern weiß, mein Wissen ist gewachsen und ich habe wacher zugehört, Eigenheiten deuten gelernt. Meinen Eltern ging es mit Blick auf ihre Eltern und Großeltern so wohl auch… Manches konnte man dem Kind, das ich war, nicht erzählen und ist noch heute ein unverdauter Klumpen. Anderes lässt sich kaum verstehen, wenn man nicht selbst dringesteckt hat. Und auch ich erlebe beim Erzählen meiner Lebensgeschichte, wie schwer es ist, das Allgemeine einer Zeit und eines Systems zu erklären und darin das Konkrete zu beschreiben. Jede Geschichte ist eine andere, selbst wenn sie zur gleichen Zeit im selben Dorf spielt. „Erinnern“ so die Gebrüder Grimm in ihrem berühmten Wörterbuch, setzt - genauso wie entäuszern oder veräuszern ein äuszern braucht, - innern voraus und heißt darum ursprünglich „machen, dass jemandem etwas inne wird.“ Dass er also stutzt und begreift. Dafür tut es not. Darum ist Erinnerungsarbeit so mühsam und geht an die Substanz. Darum ist sie so unverzichtbar. In unserer Bibel ist das Verb „erinnern“ ein wichtiges Wort: Paulus schreibt: „Ich halte es für wichtig, solange ich in dieser Hütte bin, euch zu wecken und zu erinnern.“ Als Jude stammte er aus einer Tradition, in der Glaube und Selbstvergewisserung auf Erinnerung gründete: man erzählte sich die Geschichten der Väter, schrieb sie auf. Das tut auch Katja Thimm in ihrem Roman „Vatertage, eine deutsche Geschichte.“ Sie spannt einen großen Bogen von der Kindheit ihres Vaters Horst Thimm, geboren 1931 in Masuren, Ostpreußen, erzählt von Krieg und Flucht, den Anfängen der DDR und der Inhaftierung ihres Vaters dort, seiner Freilassung in den Westen und schließlich seinem Leben in der Bonner Republik als Familienvater und Beamter im Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit. Es ist ein, wie die Autorin sagt, in „vielen Punkten exemplarisches deutsches Leben.“ Horst Thimm, so schreibt sie, „gehört zu jenem Drittel aller Erwachsenen in diesem Land, die den zweiten Weltkrieg als Kind miterlebten… Zu alt, um der 68-er Bewegung anzugehören und zu jung, um den Nationalsozialismus zu verantworten, sprach lange niemand über diese Männer und Frauen. Sie selbst hatten früh gelernt zu schweigen. Inmitten der Kriegswitwen, der Trümmerfrauen und Verwundeten war kein Platz für verletzte Kinderseelen.“ Erst in seinen letzten Lebensjahren beginnt der Vater zu erzählen und so endet auch das Buch mit den Zeilen: „Und fragt ihn einer, der ihm nahesteht, warum er so lange nicht erzählt hat, was da jetzt nachzulesen ist, blickt er ihn an und auch auf sich und hin und her, und antwortet. Na ja. Selber schuld.“ Schweigen scheint schon immer eine mögliche Strategie gewesen zu sein, mit Leid umzugehen. In den Klageliedern Jeremia heißt es: „Es ist ein köstlich Ding für einen Mann, dass er das Joch in seiner Jugend trage. Er sitze einsam und schweige, wenn Gott es ihm auferlegt, und stecke seinen Mund in den Staub; vielleicht ist noch Hoffnung.“ Das klingt, - man mag es nicht hören - als wäre es gut, möglichst jung zu lernen, mit Leid und Schmerz zurechtzukommen. Aber vielleicht war das Einüben in Verzweiflung ein Weg, um nicht verrückt zu werden, wenn es keine Perspektive gibt. Die alten Verse, auch sie ein Erinnerungsgut unserer Bibel, spiegeln jedenfalls eine Zeit, die Wege mit Leid umzugehen, brauchte: Jerusalem war durch den babylonischen König Nebukadnezar erobert worden, der Tempel zerstört und große Teile der Bevölkerung deportiert. Man erlebte die verhängnisvollen Verbindung, die solche Katastrophe zwischen den Generationen schafft: „Unsere Väter haben gesündigt und leben nicht mehr, wir aber müssen ihre Schuld tragen.“ Damals wie heute prägt die Geschichte unserer Eltern unser Leben. Auch Horst Thimm ist noch ein Kind, 13 Jahre alt, als er sich am 21. Januar 1945 mit seiner kleinen Schwester und einem Leiterwagen in den großen Treck einreiht. Sein Vater, ein ostpreußischer Förster ist an der Ostfront, die Mutter zur Pflege der krebskranken Großmutter in Eberswalde bei Berlin. Den Fluchtwagen hatte sie noch gepackt. Und dann schreibt Katja Thimm: „Er hatte den Anzug und die Stiefel vom Weihnachtsfest in seinen Tornister gesteckt und ein paar alte Silberbestecke der Mutter, die sie schon zur Taufe geschenkt bekommen hatte. Sie würde sich darüber freuen, dachte er. Der Tornister lag ganz oben. Das Wichtigste wollte er griffbereit haben. In der Nacht vor dem Aufbruch stahl jemand den Rucksack vom Wagen. Der Junge fühlte sich untröstlich. Er wusste noch nicht, welche Verluste eine Flucht mit sich bringt.“ Die Verluste werden Bilder, die sich in Horst Thimms Seele brennen: Großmütter saßen „tot, mit dem Rücken hingesetzt an die Kiefernbäume, mit denen die Nehrung bepflanzt war, um den Sand zu halten. Und die Kinder. Ersttagskinder. Frauen waren schwanger auf die Flucht gegangen und mussten auf der Nehrung entbinden. Ihre Babys fielen vom Wagen herunter, lebend, und der Nächste fuhr über sie hinweg. … Niemand sprach mit dem Jungen über das, was er da sah. Die Erwachsenen um ihn herum waren ihm fremd. Und sie verkrafteten diese Anblicke selbst nicht.“ Zwei Monate ist er unterwegs. Dann erreicht er die Mutter in Eberwalde, sowjetische Besatzungszone. Und auch hier geht es ums Überleben, Tag für Tag. Der Junge wird zu Aufräumarbeiten herangezogen. Wochenlang stehen Bergungen von Leichen an. „Nur der Mutter berichtete er manchmal, was er erlebt hatte. Sie sprach dann über die Biochemie des Verwesens, so wie sie es im Studium gelernt hatte. Es half dem Jungen, von zersetztem Eiweiß zu hören… Die Mutter aber schrieb ihre Nöte nieder und schickte sie der Schwägerin nach Westberlin.“ Horst Thimm will nicht nur überleben. Aber ihm fehlt ein Schulabschluss. Mit den linientreuen Lehrern gerät er in Konflikte. So schickt ihn seine Mutter nach Westberlin, dort gibt es für Jungen wie ihn – meist sind es Pfarrerskinder – die Chance das Abitur als Externer zu machen. Aber 20 von 24 Schülern fallen durch. Trotzdem gelingt ihm die Aufnahme an der Berliner Hochschule für Politik. Er versucht sich durchzuschlagen und hofft, seine Mutter und Schwester nachholen zu können. Dafür braucht er Geld und so beginnt er, optische Geräte und Schreibmaschinen aus dem Osten im Westen zu verkaufen, bis er 1954 verhaftet und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wird. Dort findet er einen Freund, aber die Scherze und Gespräche mit ihm bringen Horst Thimm in Einzelhaft: „Sechs Quadratmeter. Die Wand roh verputzt und weiß geschlemmt… Über ein Jahr unterhielt er sich mit seinen Gedanken. Er wartete darauf, dass die Nacht kam und war sie da, dass sie wieder verging… Er hielt Einzelhaft in jener Zeit für das Schlimmste, das einem Menschen passieren kann. Aber als dreißig Jahre später … die Geschichten von Verrat und Spitzelei an die Öffentlichkeit drangen, fand er beinahe Trost in dem Gedanken, dass er in seiner Isolierzelle immerhin nicht hatte verraten werden können.“ Nach 2192 Tagen wird Horst Thimm nach Westberlin entlassen. 29-jährig beginnt er von vorn, gründet eine Familie und baut sich ein bürgerliches Leben auf. Aber: „Ausweise, Geld, Impfpass, Adressbuch, alles trug er stets bei sich, als müsse er im nächsten Augenblick aufbrechen.“ Die schlimmen Erinnerungen verschließt Horst Thimm in sich, bis sie ihn im Altenheim wie Dämonen überfallen. „Je zerbrechlicher er wird, desto bedrohlicher werden die Erinnerungen.“ Altwerdend verlässt Horst Thimm die Kraft zu schweigen; er beginnt zu erzählen sich selbst und seiner Tochter. Rückblickend verstehen beide das lange Schweigen bis dahin nicht als Totschweigen, sondern als Schweigen vor Gott. Vielleicht teilen sie die Erfahrung der Klagelieder Jeremias: „der Herr gut ist zu denen, die nach ihm fragen.“ Katja Thimm sagt es so: „Wenn mein Vater sein Glaubensbekenntnis formuliert, dann sagt er, dass er immer akzeptiert habe, dass es so etwas wie einen Gott geben

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Der Dom ist täglich von 10.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Zwischen Anfang Januar und Mitte März ist der Dom von 13.00 - 15.00 Uhr geschlossen. Während Veranstaltungen und Gottesdiensten ist eine Besichtigung nicht möglich.

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