Das Wort zum Alltag

Familie


Sind Sie ein Familienmensch? Umgeben Sie sich gern mit ihren Lieben? Familie ist was Tolles, sie kann aber auch herausfordernd sein. Eine gewisse Distanz kann manchmal nicht schaden, um sich wirklich wertschätzen zu können – Verwandtschaft und Fisch bleiben drei Tage frisch. Schwierig kann es auch werden, wenn man neu zu einer Familie dazukommt. Die Geschichten, Erfahrungen und Witze über böse Schwiegermütter füllen unzählige Meter in Bücherregalen, vieles davon ist karikaturistisch überzogen, anderes ist wahr.

Zu einer Familie zu gehören, bedeutet angenommen zu sein, verbunden durch besonders enge und stabile Bande mit anderen Menschen und in einer Weise, wie man kaum mit jemand anderem verbunden sein kann. Eine besonders feste Beziehung besteht naturgemäß zwischen Eltern und ihren Kindern. Im Normalfall ist diese geprägt von Liebe, Schutz und Achtsamkeit aber auch von Vertrauen und Freiheit. Distanz und Nähe, Besorgtheit und Freude und dauerhaftes Füreinander-Da-Sein spielen eine große Rolle. Es tut einfach gut, in einer solchen von Geborgenheit geprägten Atmosphäre zu leben.

Die Bibel verwendet das Bild von Eltern und ihren Kindern, wenn sie unser Verhältnis zu Gott beschreibt. Gottes Kinder oder Gotteskinder sind immer wieder auftauchende Begriffe. Dabei ist diese Gotteskindschaft mehr als ein schwacher Trost für trübe Tage, mehr als ein Ehrentitel, den wir uns gerahmt zu Hause an die Wand hängen können. Sie ist unabänderlich und unumkehrbar und sie sichert uns einen Platz in der Heiligen Familie. Wir müssen keine besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringen. In Gottes Kinderschar ist Platz für uns alle, ohne Ansehen der Person, mit all unseren Stärken und Schwächen, unseren Fehlern und Unzulänglichkeiten. So wie wir sind, sind wir willkommen.

Das Bibelwort, das über dem heutigen Tag steht, stammt aus dem ersten Johannesbrief und dort lesen wir: „Die ihn aufnahmen, denen gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“ Hier ist eine kleine Familienaufnahmevoraussetzung formuliert. Wir müssen wir ihn, Jesus Christus, bei uns und in uns aufnehmen, um zur Familie zu gehören. Wir müssen uns zu ihm bekennen, an ihn glauben und ihm vertrauen. Das ist, wie ich finde, wirklich nicht zu viel verlangt, gehört es doch in jeder Familie dazu, dass man einander aufnimmt, annimmt und den anderen wahrnimmt. Damit haben wir Jesus Christus, unseren großen Freund und Fürsprecher, als Bruder an unserer Seite - er und Sie und ich in geschwisterlicher Verbundenheit. Großartig, dass wir dazugehören dürfen. Das gibt uns Schirm und Schutz in allen Lebenslagen.

Heiko Frubrich
Prädikant und Kirchenvorsteher am Dom

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